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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1913-01-01 · Heft 4 · p. Seite 32

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
16 (1913)
Issue
Heft 4
Date
1913-01-01
Page
Seite 32 (sequence 34)
Language
German
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— 32 — Tempel steht an der Hauptstrasse einer Handelsempore. Ihre Religion ist strenger Monotheismus. Sie machen Proselyten. Sie üben ihre eigene Rechtsprechung. Von allem, was bisher über den Gegenstand erschienen ist, bietet u. E. nichts eine so gute Einführung in alle einschlägigen Fragen, wie dieses übrigens prächtig ausgestattete Buch. M. Goethe, Aussprüche und Gedanken. Leipzig 1911, Julius Zeitler. M. 4. — Die „Rehlenbücher" sind ein Schatz, aus dem man immer wieder Labung und Lehre schöpft, wobei das Taschenformat trefflich zustatten kommt. Insbesondere dieser „Goethe" ist meisterhaft gelungen. Hier sieht man den unvergleichlichen Lebenskünstler in seiner ganzen Grösse und unverblümten Wahrheit. Stücke, die, wie S. 52 das Gleichnis „von der Zeder bis zum Yssop", S. 287 „zu Moritz Oppenheim" u. a. weniger bekannt sind, kommen hier erst so recht zur Geltung. Die Ausstattung ist des höchsten Lobes wert. L. M. Fishberg, DieRassenmerkmaleder Juden. München 1913, Ernst Reinhardt. M. 5, geb. M. 6,50. —• Das reich illustrierte Buch trägt Tatsache auf Tatsache zu einem grossen Scheiterhaufen zusammen, auf dem das Kunstgebilde einer „jüdischen Rasse" in Flammen aufgehen soll. So exakt wissenschaftlich hier verfahren wird, bietet das Buch durch die Lebendigkeit der Sprache, nicht zum wenigsten auch durch Einstreuung interessanter Einzelheiten, wie der Analogien zu dem „Shibboleth" (S. 76), der juridischen Folgen der Verkennung einer Jüdin als Negerin (S. 194), der Beobachtung an alten Judenporträts (S. 178) u. v. a., auch dem Laien einen hohen Genuss. Die ungemein wichtige Lehre, die es erteilt, lautet: Viele vermeintliche Rassenmerkmale der Juden sind nur Folgen ihrer unhygienischen, zum grössten Teil unverschuldeten Lebensweise. Sie aus diesen Zuständen mit aller Macht befreien, das heisst: die Juden physisch erhalten. Für die Erscheinung der blonden Juden könnte übrigens wohl auch das „Versehen" und „Wahlverwandtschaft" in Frage kommen. Aug. Strindberg, Historische Miniaturen. Verdeutscht von M. Schering. 3. Aufl. München 1913, Georg Müller. M. 4. — „Cherchez le juif!" So könnte man diesen Bummler durch die verschiedensten Lande und Jahrtausende bezeichnen. In Egypten, in Rom mit Luther, in Spanien mit dem erobernden Halbmond, in Prag auf des Kaisers Seite, mit Voltaire im Rechtshandel — überall der ewige Jude, aber nicht der fluchbeladene, sondern der von Abraham her berufene, ein Segen zu werden den Familien der Erde. Ein wahres Kunstwerk, voller Geist und genialer Erfassung geschichtlicher Episoden, verdient das Buch den weitesten Leserkreis. N. L. Ostwaid W., Monistische Sonntagspredigten, 3. Reihe. Leipzig 1913, Akad. Verlagsgesellschaft. — Diese Predigten können geradezu als Meilensteine für die Fortschritte gelten, die der Monismus bisher gemacht hat. Ueber das Metaphysische bei Ostwaid mag man immerhin eine abweichende Ansicht vertreten, seine ethischen Konsequenzen, wie Gegnerschaft des Duells, des Krieges, eines falschen konfessionellen Sozialismus u. dergl., entsprechen durchaus dem Standpunkte des Judentums. Schon als Zeichen der Zeit gehören diese Predigten zu den Büchern, die man gelesen haben muss. fiilty C, Bausteine, Aarau 1910, E. E. Meyer. Von diesen Bausteinen besitzt jeder einzelne seinen objektiven Wert. Ihre Auswahl und Gruppierung ist aber doch für das Subjektiv-Individuelle des edlen Sammlers sehr bezeichnend. Auch Bibel und Talmud sind vertreten.

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