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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1913-01-01 · Heft 4 · p. Seite 30

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
16 (1913)
Issue
Heft 4
Date
1913-01-01
Page
Seite 30 (sequence 32)
Language
German
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— 30 - Später jedoch, nachdem er sich versöhnt, beanstandete er dies nicht länger und setzte den Ausdruck „Zon" (Schaf) voran (33, 13).1) Der Midrasch erklärt: Das Wort „Schor" (Ochs), das voransteht, erinnert an Joseph, von dem es heisst: „bekor schoro" (5. B. M. 33, 17), da Joseph, der seiner Brüder lieblose Behandlung mit Gutem vergalt, als Ankläger Esaus sich erhebt, der seinem Bruder nach dem Leben getrachtet.2) 32 7 Wir sind gekommen zu deinem Bruder, zu Esau. Du nanntest ihn deinen Bruder, doch er ist noch der alte, feindselig gestimmte Esau.3) Er geht dir auch entgegen. Der Ausdruck „auch" lässt auf den Schutzengel Esaus schliessen, der auf dessen Seite stand, um ihm gegen Jacob beizustehen.4) Da fürchtete sich Jacob sehr, erschlagen zu werden, und ihm ward bange, andere erschlagen zu müssen.5) Die grosse Angst ist beim ersten Falle durch „sehr" ausgedrückt, während dieses verstärkende Wort beim zweiten Falle „er bangte" fehlt, da ein Totschlag im Falle der Notwehr weniger verhängnisvoll, ja geboten ist. Andere erklären diesen Doppelausdruck wie folgt: Er fürchtete sich vor Esau und ihm ward bange vor Samael, Esaus Schutzengel. Eine weitere Deutung: Er fürchtete sich, Esau werde ihn töten, und daraus wäre dann nach Esaus Drohung („nach dem Tode des Vaters...") zu schliessen, dass Jizchak tot sei, und Esau ward es angst, dass er seinem Vater in diesem Falle nicht genug Ehrerbietung erwiesen.6) 32 9 Wenn Esau ein Lager schlägt, wird das andere entrinnen können. Wenn Esau im Kampfe mit dem einen Teil des Lagers ermüdet sein wird, wird ihn das andere, noch frische Lager leicht besiegen können. Dieser, Satz weist auf die Geschicke Israels im Exil hin. Wenn ein Teil der Gesamtheit von seinen Feinden bedrückt und bedrängt wird, wird dem anderen die Freiheit und die Duldung der herrschenden Nationen zuteil, welche die Entwicklung befördern; wenn ein Regent ihm übelgewollt, wird bald ein anderer erstehen, der ihn die Unbilden seines Vorgängers vergessen macht, und so ist Israels Dauer für die Ewigkeit gesichert. Und die Art, wie der Stammvater Jacob sich zur Begegnung mit Esau vorbereitet, sei auch Israel ein Vorbild, wie es sich zu den Nationen stellen solle. Jacob sandte ein Geschenk an seinen ihm bis jetzt feindlichen Bruder, richtete ein inbrünstiges Gebet an Gott um seinen Schutz in *) Raschi z. St. 2) Bech. z. St. 3) Bech. z. St. 4) Raschi z. St 5) Bech. z. St. °) Raschi z. St.

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