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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1913-01-01 · Heft 4 · p. Seite 27

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
16 (1913)
Issue
Heft 4
Date
1913-01-01
Page
Seite 27 (sequence 29)
Language
German
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— 27 — Gutem vergelten werde, geeignet sei, die Anklage gegen Esau zu .schleudern, weil er einst seinem Bruder Jacob nach dem Leben getrachtet.1) 30 27 Es segnete mich Gott um deinetwillen, sagte Laban. Er hat mir Söhne um deiner Verdienste willen beschert. Wenn Laban, als Jacob in sein Haus trat, einen Sohn besessen hätte, hätte er die Obhut über die Herden gewiss nicht seiner Rachel übergeben. Doch können die Söhne damals nicht zu jung gewesen sein, als\ dass sie den Dienst des Schafehütens hätten übernehmen können? Doch so lautet die Antwort: Rachel wurde gerade deshalb, weil ihr einstiges Erbteil bedeutender schien, indem kein Sohn da war, der mit ihr erben konnte, von ihrem Vater zum Hüten der Schafe bestimmt, da es ja dann auch in ihrem Interesse lag, ihr einstiges Eigentum wohl zu hüten, er hätte ja auch sonst die Töchter seiner Kebsweiber Bilha und Silpa dazu ausersehen können, wenn sie überhaupt erbberechtigt wären.2) 30 28 Und Laban sprach: Bestimme deinen Lohn und ich will ihn dir geben, wenn du noch länger bei mir bleibst. Das Wort „nakba" („bestimme") fasst dieselben Buchstaben wie „nekeba" Weib. Es wird dahin gedeutet, dass Laban ihm den Besitz seiner anderen Tochter, die er noch besessen, in Aussicht gestellt habe, wenn er noch länger in seinem Dienste bleibe. 30 31 Und Laban sprach: Was soll ich dir für die bis1 jetzt durch vierzehn Jahre geleisteten Dienste geben? Und Jacob sprach: Dafür sollst du mir nichts geben, denn ich habe in dieser Zeit um den Besitz Rachels und Leas gedient, jedoch für meine weitere Dienstleistung sollst du mich nach* meiner Angabe entschädigen. Oder auch: Du sollst mir nichts geben, denn der Segen ruht nicht auf dem, was gewogen und gezahlt wird, darum ist es besser, es dem Zufall zu überlassen. Eine dritte Erklärung: Du sollst mir nicht geben, denn du wirst mich gewiss hintergehen; überlass es mir, mir meinen Lohn selbst zu verschaffen.3) 30 35 Laban entfernte an jenem Tage auch ausser denen, die Jacob erwähnte, die gestreiften, sowie auch die männlichen Tiere, die Böcke, damit die Fortpflanzung bei den übrigen Tieren nicht mehr zum Vorteile Jacobs erfolge. Um dem Listigen die List entgegenzusetzen, entschädigte sich Jacob durch die Erfolge, die er mit den Stäben erzielte. 3115 Und nun verzehrt er auch unser Geld. Unser Vater enthält uns die Mitgift vor, die er für uns bestimmt.4) 31i? Jacob machte sich auf und nahm seine Kinder und seine Weiber. Jacob, der bei seiner Verehelichung nur den Zweck vor Augen hatte, würdige Nachkommen zu zeugen, setzte die Kinder *) Raschi z. St. 2) Raschi z. St. 3) Raschi z. St. 4) Bech. z. St.

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