Mannheim
Compact Memory

Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1913-01-01 · Heft 4 · p. Seite 26

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
16 (1913)
Issue
Heft 4
Date
1913-01-01
Page
Seite 26 (sequence 28)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2638044-2638099-2638103--1481-2641189
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

— 25 — wegs jedoch lag es ihr am Herzen, dass Silpa sich als fruchtbar erweise. 3011 Lea sprach: Glück ist gekommen. Nicht eine Fügung der Vorsehung ist es, sondern ein Zufall, die blindwaltende Einwirkung der fremden Kräfte. Für diese Verirrung wurde sie durch die Geburt einer leichtfertigen Tochter bestraft, die sie, weil sie deren Lebenswandel prophetisch voraussah, „Gottes gerechtem Strafgericht (Din) sich beugend", „Dina" nannte.1) 3012 Es gebar Silpa. Von der Schwangerschaft wird bei Silpa nichts erwähnt, weil sie noch zu jung war, als dass sie bei ihr sonderlich bemerkbar gewesen wäre.2) 3014 Er fand Alraunen, Liebesblumen, auf dem Felde. Diese Blumen sollen die Eigenschaften besitzen, die Unfruchtbarkeit der Frauen zu beseitigen und die Männer in erneuter Liebe zu ihren Frauen entbrennen zu machen.3) 30 21 Nachher gebar sie eine Tochter und nannte ihren Namen Dina. Auch hier wird nichts von Schwangerschaft erwähnt. Nach manchen soll Dina zugleich mit Sebulon geboren worden sein. Andere jedoch meinen, dass ihr auch dieses Mal ein Sohn bestimmt gewesen, dass sie aber in ihrer Schwangerschaft zu Gott gefleht habe, ihr dieses Mal keinen Sohn zu schenken, damit ihre Schwester Rachel, nicht geringer wie die Mägde, wenigstens zwei der zwölf der zu erhoffenden Söhne zur Welt bringe, und ihr Gebet ward erhört.4) 30 22 Und Gott gedachte der Rachel. Er gedachte ihrer, dass sie, als ihre Schwester Lea anstatt ihrer demi Jacob gegeben wurde, dazu beitrug, dass Lea nicht beschämt wurde; er gedachte ihrer Tränen und dass sie gefürchtet, Jacob möchte sich von ihr scheir den, und sie würde den Esau ehelichen müssen, und er erhörte sie.5) 30 23 Gott hat hinweggenommen meine Schmach, dass ich schliesslich noch dem ruchlosen Esau anheimgefallen wäre. Oder auch: Nun habe ich jemand, dem ich meine Fehler aufbürden kann. Wenn die Frau ein Versehen begeht, muss der kleine Sohn die Schuld übernehmen.6) Möge Gott mir noch einen anderen Sohn hinzufügen, den Sohn nämlich, der an den zwölf, Jacob bestimmten Söhnen noch fehlt.7) 30 25 Als Rachel den Joseph geboren hatte, fürchtete sich Jacob nicht länger, in die Heimat zurückzukehren und sich Esau gegenüberzustellen. Jacob, der das Zukünftige schaute, sah ein, dass Joseph, der einstige Wohltäter seiner Brüder, der ihnen Böses mit *) Bechai z. St. 2) Bechai z. St. 3) Raschi z. St. 4) Bechai z. St. 5) Bechai z. St. 6) Raschi z. St. 7) Raschi z. St.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.