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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1913-01-01 · Heft 4 · p. Seite 24

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
16 (1913)
Issue
Heft 4
Date
1913-01-01
Page
Seite 24 (sequence 26)
Language
German
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— 24 — 29 23 Es war am Morgen, und siehe es war Lea. Jacob hatte der Rachel, um nicht getäuscht zu werden, gewisse Erkennungszeichen mitgeteilt und die edle Rachel teilte sie der Schwester wieder mit, damit sie von Jacob nicht beschämt werde. Auch hatte Laban die Brautgeschenke, die Jacob der Rachel geschickt, der Lea übergeben. Und Rachel schwieg. Diese segenbringende Verschwiegenheit erbte sich bei Rachels Nachkommen fort. So schwieg Benjamin, als Joseph von seinen Brüdern verkauft war, um diese nicht zu beschämen. Saul, vom Stamme Benjamin, verschwieg, dass Samuel ihn zum Könige bestimmt. (Samuel II 10, 10.) Esther verschwieg auf Mordechais Qeheiss ihre jüdische Abkunft und führte dadurch, die Errettung der persischen Juden und den Untergang ihres Bedrängers Haman herbei.1) 29 27 Halte diese Woche aus und du sollst auch Rachel haben. Man soll nicht zwei Familienfeste in zu kurzer Zeit auf einander folgen lassen. 29 30 Er liebte auch die Rachel und mehr als Lea. Obwohl der Mann sich mehr zu seinem ersten Weibe hingezogen fühlt, liebte Jacob doch Rachel mehr als Lea. Umsomehr, als Lea dem Betrüge Labans Vorschub geleistet. Doch Gott, der die Herzen durchschaut, sah, dass Lea es nur getan, um dem frommen Jacob, nicht dem: Frevler Esau anzugehören und gewährte ihr den Kindersegen, während er ihn der Rachel noch versagte.2) Er diente bei ihm noch sieben Jahre und mit derselben Treue, obwohl es der betrügerische Laban nicht um ihn verdient hatte.3) 29a4 Dieses Mal wird sich mein Mann zu mir gesellen. Die Mütter, die mit prophetischem Geiste begabt waren, wussten, dass durch die vier Frauen die Stammväter der zwölf Stämme Israels geboren werden sollten. Als Lea nun ihren dritten Sohn geboren hatte, sagte sie, dass Jacob sich nun freudig zu ihr gesellen könne, da sie den ihr zukommenden Teil der Sprösslinge zur Welt gebracht.4) Bei dem dritten Sohne muss ich die Hilfe meines Mannes in Anspruch nehmen, die ersten beiden konnte ich auf meinen Armen tragen. Darum nannte sie seinen Samen Levi. Der Ausdruck „al ken" deutet bei den anderen Stämmen auf Fruchtbarkeit und Vermehrung, während dies beimStammeLevi nicht derFall war. Levi, so wird dies begründet, war von den schweren Sklaven- und Frohndiensten in Mizraim ausgeschlossen; da der König ihn, weil er an dem Begräbnis Jacobs nicht teilnehmen sollte, für heilig hielt. Da er nun von dem Drucke nicht in Mitleidenschaft gezogen war, konnte an *) Bech. z. St. 2) Bech. z. St. 3) Raschi z. St. 4) Raschi z. St.

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