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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1913-01-01 · Heft 4 · p. Seite 23

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
16 (1913)
Issue
Heft 4
Date
1913-01-01
Page
Seite 23 (sequence 25)
Language
German
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— 23 - ihn zu jeder Zeit für den Schaden und Verlust, an dem, was unter seiner Leitung stand, verantwortlich machen könne. 2917 Die Augen Leas waren matt. Die heilige Schrift berichtet von dem körperlichen Fehler der frommen Lea zu ihrem Lobe.; sie glaubte, als die älteste Tochter Labans, den ältesten Sohn Jizchaks den ruchlosen Esau, ehelichen zu müssen und härmte sich und weinte darob, bis ihre Augen trübe wurden.1) Und Rachel war schön von Gestalt und schön von Ansehen. Jacob dachte sich: wenn Laban nur die Tochter hätte, würden ihre trüben Augen mich nicht zurückhalten, sie zu ehelichen; da Rachel jedoch so schön ist, so kann ich sie, die Schönere, vorziehen, um /SO mehr, da Esau gerechte Ansprüche auf die ältere Lea geltend machen kann.2) 29 is Und er sprach: „Ich will dir sieben Jahre um Rachel dienen." Jacob wusste, dass er um eine kürzere Dienstzeit die schöne Rachel nicht erhalten hätte, überdies war sie damals erst fünf Jahre alt und wollte warten, bis sie fähig war, Kinder zu gebären.3) Er sah sich bei dem betrügerischen Laban vor und bezeichnete ihm ganz untrüglich die Tochter, die er wünschte, aber dennoch entging er der Täuschung nicht.4) 29 20 Es war in seinen Augen wie einige Tage, da er sie liebte. Nicht als er die Frist von sieben Jahren noch vor sich hatte, sondern als er sie überstanden, schien ihm der Preis ein geringer.5) 29 2i Meine Tage sind voll. Ich bin 84 Jahre alt, und es ist Zeit zu heiraten, um so mehr, da mich Gott zum Stammvater der zwölf Stämme Israels bestimmt hat.6) Nach andern hat er im Anfange des siebenten Jahres Laban gebeten, ihm endlich Rachel zu geben, er werde ihm gewiss treulich die vollen sieben Jahre dienen.7) 29 22 Laban versammelte alle Leute der Stadt und machte ein Mahl. Er teilte ihnen mit, so wird erzählt, dass er vorhabe, dem Jacob die, Lea anstatt der gewünschten Rachel zu geben, nahm ihnen Gegenstände zum Pfände ab, dass sie nichts verraten sollten, verkaufte diese und für den Erlös bereitete er das Mahl.8) 29 24 Laban gab seine Magd Silpa seiner Tochter Lea zur Magd. Er wollte dadurch Jacob desto sicherer täuschen. Da Silpa jünger als Bilha, die Magd Rachels, war, glaubte Jacob um so bestimmter, dass Rachel, nicht Lea, ihm ins Brautgemach folge. 1) Raschi z. St. 2) Bechai z. St. 3) Bech. z. St. 4) Bech. z. St. 5) Bechai z. St. 6) Raschi z. St. 7) Bechai nach Nachmanides. 8) nach Genesis rabba K. 70.

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