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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1913-01-01 · Heft 4 · p. Seite 22

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
16 (1913)
Issue
Heft 4
Date
1913-01-01
Page
Seite 22 (sequence 24)
Language
German
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— 22 — 2912 Jacob teilte der Rachel mit, dass er der Bruder ihres Vaters und der Sohn der Ribka sei. Der Kuss war also nur eine Eingebung verwandtschaftlicher Gefühle. Kommt Laban mir mit Falschheit und Hinterlist entgegen, werde ich sein Bruder sein, der es ihm darin gleich tut. Begegnet er mir offen und mit Freundschaft, werde ich mich als würdiger Sohn der frommen Ribka zeigen.1) Sie verkündete es ihrem Vater, da ihre Mutter tot war.2) Oder auch, weil Jacob der nächste Verwandte ihres Vaters, nicht ihrer Mutter, war. — Ribka hingegen berichtete, als Elieser ihr am Brunnen die Geschmeide geschenkt, ihrer Mutter. Da sie noch nicht wissen konnte, ob und in welchem verwandtschaftlichen Grade Elieser oder sein Gebieter zu ihrem Hause standen und die Mädchen sich mitteilsamer gegen die Mutter als gegen den Vater zu erweisen pflegen. 2913 Laban lief ihm entgegen. Er folgerte: Wenn schon Elieser, ein Knecht des Hauses, zehn Kamele und solche Schätze mit sich geführt, welchen Reichtum musste erst dieses Hauses Sohn besitzen.3) Als er jedoch weder Kamele noch sonstiges Gefolge bei ihm sah, umarmte er ihn, um zu fühlen, ob er vielleicht in seinen Kleidern Geld oder Geldeswert habe.4) Und er küsste ihn, um zu erfahren, ob er Edelsteine und Perlen im Munde berge.5) Und er erzählte dem Laban, wie es sich getroffen, dass er so arm zu ihm gekommen, und auch, dass er das Erstgeburtsrecht von Esau, sowie auch den Esau bestimmten Segen Jizchaks erhalten habe, dass er ihm also seine Tochter zum Weibe geben könne.6) 2914 Und er sprach: Fürwahr, du bist mein Bein und Fleisch, mein Verwandter, nur diesem Umstände hast du es zu verdanken, dass du als Mittelloser und als derjenige, der seinen Bruder um seine besten Güter gebracht, bei mir bleiben darfst.7) Er blieb bei ihm einen Monat. Laban wollte sich erst überzeugen, ob Jacob zu dem Dienst, zu dem er ihn bestimmt, auch tauglich sei; Jacob hingegen wollte ergründen, ob auch Lea und Rachel dem im Hause Labans gepflegten Götzendienste huldigten. 29 io Weil du mein Bruder bist, solltest du mir umsonst dienen. Laban bot Jacob den Lohn für seine Dienste an, damit er A) Raschi 29, 12. 2) Raschi z. St. 3) Raschi z. St. 4) Raschi z. St. 5) Raschi z. St. 6) Raschi z. St. 7) Raschi z. St.

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