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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1913-01-01 · Heft 4 · p. Seite 21

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
16 (1913)
Issue
Heft 4
Date
1913-01-01
Page
Seite 21 (sequence 23)
Language
German
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— 21 — „Und mir Speise und Kleidung gibt," denn er hat mir ja versichert: Ich werde dich nicht verlassen, dich also nicht dem Mangel preisgeben. Die beiden Gesuche verwirklichen sich auch in anderer Weise. Der Besitz einer tugendhaften Gattin wird dem Broderwerb gleich geachtet, wie auch Jacob - bei Laban diesen Wunsch in so ausgezeichnetem Masse erfüllt sehen sollte. Der Besitz grosser Schafherden verwirklichte auch die Bitte um Gewand zur Kleidung in weitgehendstem Sinn.1) 28 22 Und alles, was du mir gibst, will ich dir verzehnten. Auch meine Kinder, denn der Stamm Levi ist dem Ewigen geheiligt.2) 295 Kennt ihr den Laban, Sohn Nachors? Laban nannte sich den Sohn seines würdigen Grossvaters, des Bruders des überall berühmten Abraham, nicht seines Vaters Bethuel, der niedrigen Charakters und nicht geachtet war.3) 29 g Und siehe, seine Tochter Rachel kommt mit den Schafen. Und warum nicht die ältere Schwester Lea? Um ihre angegriffenen Augen zu schonen, denen das Licht auf freiem Felde nicht zuträglich war; auch ehrte Rachel ihre ältere Schwester und nahm ihr das Geschäft des Schafweidens ab.4) , 29 io Jacob trat hinzu- und hob den Stein. Das Wort „wajagel" von„hagleh", „aufdecken", so erklären einige, ist nicht gleichbedeutend mit wegalalu von galal wälzen. Die Hirten konnten den schweren Stein nur mit grosser Anstrengung von der Mündung des Brunnens wälzen, während Jacob ihn mit Leichtigkeit hinweghob.5) Des Bruders seiner Mutter. Dreimal ist die Bezeichnung in diesem Vers gebraucht, denn in allem, was er an Laban und der schönen Rachel tat, leitete ihn die Erinnerung an seine überaus geliebte Mutter, deren Anblick er nun lange entbehren musste, nicht etwa eine selbstsüchtige, unlautere Absicht.6) 29 Ii Jacob küsst'e die Rachel, erhob seine Stimme und weinte. Er sah im prophetischen Geiste, dass die geliebte Rachel einst nicht in Machpela ihre Grabstätte finden werde. Andere erklären: Er weinte, weil er leer und arm gekommen und es ihm nicht möglich war, der Rachel ein Geschenk zu machen. Denn als er aus dem Vaterhause gegangen war, holte ihn Elifas, der Sohn Esaus, ein, um ihn auf Geheiss Esaus zu töten. Jacob stellte sich nicht zur Wehr, da er den bei seinem Vater erzogenen Elifas schonen wollte, gab ihm jedoch die Habe, die er bei sich führte, ihm bedeutend, dass der Mittellose dem Toten gleich geachtet sei und dass er also in diesem Sinne den Befehl seines Vaters vollführt habe. *) Raschi 24, 47. 2) Raschi 24, 49. 3) Raschi 24, 50. 4) Raschi z. St. 5) Raschi z. St. 6) Raschi z. St.

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