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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1913-01-01 · Heft 4 · p. Seite 19

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
16 (1913)
Issue
Heft 4
Date
1913-01-01
Page
Seite 19 (sequence 21)
Language
German
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- 19 — Wajjeze. 2810 „Jacob verliess Beer-Scheba und ging nach Charan." Bedingt nicht seine Wanderschaft nach Charan selbstverständlich das Verlassen Beer-Schebas? Es wird jedoch ausdrücklich erwähnt, um anzudeuten, dass der Ort, den der Fromme verlässt, einen schweren Verlust erleidet, denn mit ihm schwindet der Nimbus der Tugend und seine Leuchte, seine Seele erlischt.1) — Eine andere Deutung. Er ging aus Beer-Scheba, dem Orte, wo das Schwören so vielfach angewendet wurde, aus Furcht, man möchte einen Schwur von ihm fordern, ob er den Segen seines Vaters auch" auf rechtmässige Weise erlangt habe.2) 28 ii „Er ging nach Charan." Gott beschleunigte seine Reise, indem er ihn den Weg, der sonst siebzehn Tage in Anspruch genommen hätte, in einem Tage zurücklegen liess.3) „Er traf einen Ort." Der Ort kam ihm gleichsam entgegen. Auch ist „und er traf" ein Ausdruck für das Gebet. — „Ort" eine Bezeichnung für Gott, den Allgegenwärtigen. Es wird erzählt, dass Jacob schon in Charan gewesen, als er sich erinnerte, dass er Moria zurückgelassen, ohne sein Gebet dort zu verrichten, wie es sein Vater getan, und Gott brachte ihn zurück.4) „Er übernachtete dort, da die Sonne untergegangen war." Gott liess seinetwegen die Sonne untergehen, damit der Einbruch der Nacht ihn veranlasse, seine Wanderung zu unterbrechen und an diesem geheiligten Orte zu übernachten. Es soll uns lehren, dass man es möglichst vermeide, während der Nacht auf fremdem Wege zu wandern.5) „Er nahm von den Steinen des Ortes und legte sie sich zu Häupten" — und siehe, die Steine stritten sich, auf welchen von ihnen der Fromme sein Haupt legen solle und Gott formte sie? Frieden stiftend, zu einem Steine, daher später „Er nahm den Stein, den er sich unter seinen Kopf gelegt hatte." 6) „Er legte sich nieder an selbigem Ort." Die vierzehn Jahre vorher, die er in dem Lehrhause von Schern und Eber zugebracht, hatte er sich niemals wie hier sorgloser Ruhe hingegeben.7) 2812 „Er träumte, eine Leiter stünde auf der Erde, deren Spitze in den Himmel ragte." 8) „Und siehe, Engel Gottes stiegen an ihr hinauf und herab." — Die Engel, die ihn bis jetzt, bis zur Grenze des heiligen Landes geleitet, stiegen hinauf — daher zuerst „olim" — und andere Engel *) Raschi 24, 7. 2) Bech. z. St. 3) Raschi 24, 7. 4) Raschi 24, 10. 5) Raschi 24, 10. 6) Bech. z. St. 7) Bech. z. St. 8) Vgl. Bech. z. St.

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