Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 16 (1913)
- Issue
- Heft 4
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 17 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 100% known words query
- IRI
…/2638044-2638099-2638103--1472-2641180- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Rashi 1× ep/1002670
OCR text
— 17 - einemmale stieg in ihm durch göttliche Eingebung die Ahnung auf, dass Esaw ein Unwürdiger sein könnte, der ihn bis jetzt freventlich getäuscht habe.1) Und Jizchak sprach: „Wer ist es doch, der aus meiner Familie, der der strafenden Hand des ewigen Richters im Jenseits verfallen ist?"2) Es kam die Antwort der Vorsehung: „Der Jäger allein, der Wild und Menschen jagt 3) — dein Sohn Esaw.*' „Er wird auch gesegnet sein." Da ein höherer Wille Jacob veranlasste, den Segen dir zu entziehen und ihn für sich in Anspruch zu nehmen, muss er auch dessen würdiger sein, als du, und er wird gesegnet bleiben. Eine weitere Erklärung: Nachdem ich ihm versichert, dass die mein Fluch trifft, die ihm fluchen, wie kann ich ihm jetzt meinen Segen entziehen? Der Fluch würde ja auf mich selbst zurückfallen. „Auch fernerhin werde ich ihm meinen Segen angedeihen lassen," damit derselbe nach dem Ausspruche „gesegnet, die dich segnen", rückwirkend auch mein Haupt treffe. 27 s* „Segne auch mich, mein Vater," sprach Esaw. Hat denn die Erde nicht Raum genug, zwei Gesegnete neben einander zu dulden? 27 35 „Dein Bruder kam mit List und nahm deinen Segen." Ich habe ihn zum Herrn über dich gemacht, wie kann ich dich nun gleich ihm segnen, da du doch nun sein Knecht sein musst? Und zum zweitenmale, nachdem er den Inhalt des Segens, den Jacob vom Vater erhalten, erfahren, bat er: Segne auch mich! 27 38 Wenn du mir nun auch nicht mehr die Herrschaft über meinen Bruder gewähren kannst, so könntest du mir doch den Segen des Wohlstandes zuteil werden lassen.4) 27 39 Da sprach Jizchak: „Auch dein Wohnsitz sei bei dem Fette der Erde"; auch du sollst teilhaben an den Erzeugnissen des fruchtbaren Boden. Was hilfe er mir, entgegnete Esaw, wenn ich Knecht bin und daher meine Arbeit und meine Gabe dem Herrn verpfändet ist? 5) 27 40 „Von deinem Schwerte wirst du leben! Durch die Gewalt des Schwertes wirst du zeitweilig das Joch der Knechtschaft abschütteln" — und wann wird das sein? „Wenn Israel freventlich die Gotteslehre verachtet" und du dann mit Recht seufzest, dass Jacob unverdient den Segen erhalten. Dann wirst du sein Joch von deinem Nacken werfen. Es wird erzählt: Abraham besass ein kostbares Schwert, auf dem Gottes heiliger Name eingegraben war. Dieses Schwert kam von ihm an Jacob, der es dem Esaw für sein Erstgeburtsrecht hingab. Von diesem Schwerte, meinte Jizchak, sollst du leben.6) 1) Raschi z. St. und Bech. z. St. 2) Raschi z. St. 3) s. Raschi zu K. 27, 36 ff. 4) Raschi K. 27, 37. 3) Raschi z. St. und Bechai z. St. °) Quelle unbekannt.