Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 16 (1913)
- Issue
- Heft 4
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 16 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2638044-2638099-2638103--1471-2641179- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Rashi 1× ep/1002670
OCR text
— 16 — infolge seines Gewerbes viel an unreinen Orten verkehrte, es. sich aus frommer Scheu abgewöhnt habe5 den Namen Gottes im Munde zu führen.1) 27 22 Er betastete ihn und sprach: „Die Stimme ist Jacobs Stimme, doch die Hände sind Esaws Hände." Esaw sprach rauh und hoffährtig, während die bescheidene, sanfte Rede Jacobs Stimme erkennen Hess; und doch zweifelte Jizchak, da ja Ton und Klang der Stimme bei einem und demselben Menschen verschieden sein können.2) 27 22 Jacobs Stamm ist die überwältigende Stimme des Gebetes und des Thorastudiums eigen, während bei Esaws Nachkommen die Macht der Hand, die Gewalt des Schwertes obsiegt. So lange Jacobs inbrünstiges Gebet gen Himmel steigt, wird die kriegerische Gewalt Esaws ihm dauernd nichts anhaben können.3) 27 so Er brachte ihm Wein und er trank. Der Wein verwirrte Jizchaks Sinn und er vergass den Verdacht, dass Jacob und nicht Esaw es sein könnte, der vor ihm stand.4) 27 27 Und er roch den Duft seiner Kleider. Es waren jene Kleider, die Gott dem Adam gemacht, als er ihn aus dem Paradiese verwiesen. Wenn Esaw jene Kleider trug, scharten sich um ihn die Tiere des Waldes, die er dann leicht erlegen konnte.5) 27 29 „Es werden sich vor dir bücken die Söhne deiner Mutter." Ribka, meinte Jizchak, wird sich nach meinem Tode gewiss wieder verehelichen, und auch die Kinder jener Ehe werden dir Untertan sein. „Verflucht sei, wer dir flucht, und die dich segnen, seien gesegnet!" Jizchak begann, im Gegensatz zu Bileam, mit einem Fluche und schloss mit einem Segen. Der Fromme, wenn er auch hienieden mit mancherlei Widerwärtigkeiten zu kämpfen hat, gelangt endlich zu dauernder Glückseligkeit, während den Frevler irdisches Glück zu seinem ewigen Verderben führt. Eine andere Deutung: Jizchak Hess diesen Segen vermeintlich dem Esaw angedeihen. Er wusste voft ihm, dass infolge seines Gewerbes seine Feinde zahlreicher waren als jene, die ihm wohlwollten; um ihm desto wirksameren Schutz zu schaffen, verfluchte er zuerst die ihm Fluchenden.6) 27 si „Stehe auf, mein Vater." Jizchak war, nachdem Jacob vonihm gegangen, entschlummert und Esaw weckte ihn mit dieser unzarten Anrede. 27 33 Jizchak erschrack gewaltig. Der Schrecken war noch grösser, denn zu jener Stunde, als er auf dem Moria dem Tode ins Auge geschaut; denn er sah unter Esaw die Hölle offen und mit *) Bechaje z. St. 2) Raschi z. St. 3) Bechaje z. St. 4) Bechaje z. St. 5) Bechaje z. St. °) Raschi z. St.