Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 16 (1913)
- Issue
- Heft 4
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 15 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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— 15 — der Musik hätte ihn gewiss zum Segnen mit geistigen Vorzügen veranlasst, die bei Esaw nicht angebracht gewesen wären.1) 27 5 „Esaw ging ein Wild zu jagen, es zu bringen." Der Doppelausdruck „jagen" und „bringen" besagt, dass, wenn er nicht imstande gewesen wäre, das Wild zu erjagen, er es auch durch Raub herbeigeschafft hätte.2) 27 9 „Bringe mir von dort zwei Ziegenböcklein!" Bringe mir von den meinigen, nicht etwa von den geraubten; denn Jizchak hatte ihr in der EheverSchreibung zwei Ziegen täglich für ihren eigenen Gebrauch bewilligt.3) 2713 „Auf mich komme dein Fluch, mein Sohn." Der Ausgang, meinte Ribka, ist unzweifelhaft; denn da mir von eurer Geburt versichert wurde, „dass der ältere dem jüngeren dienen werde", so kann Esaw unmöglich durch diesen Segen die Herrschaft über dich erlangen. Eine andere Deutung: Wenn du meinen mütterlichen Willen nicht befolgst, dann wird es um deines Ungehorsams willen an mir sein, dir zu fluchen. — Ferner: Ich werde dich mit dem Vermögen, das Jizchak mir zugeschrieben, entschädigen, sollte dein Vater dir fluchen. 2714 „Seine Mutter bereitete die Speisen." Jacob hatte sich immer noch geweigert, diesen Gang, dessen Antrieb und Folgen nicht auf Wahrheit beruhten, zu unternehmen. Doch Ribka gab ihm die schmackhaft bereiteten Speisen. Auch versicherte sie ihm, dass Engel ihn geleiten würden, um den Auftrag zu vollenden. Als er vor dem Zelte Jizchaks stand, wandelte ihn seine Schwäche an, und die Engel Gabriel und Michael stützten ihn, machten ihn dem sich nahenden Esaw unsichtbar, brachten ihm Wein aus dem Paradiese und führten ihn vor Jizchak.4) 2719 „Jacob sprach zu seinem Vater: Ich bin Esaw, dein Erstgeborener." Ich bin anstatt seiner dein Erstgeborener, da ich dies Recht von ihm gekauft habe. „Ich habe getan, wie du zu mir geredet", auch meinet wegen hast du geredet, und der Umstand, dass meine Mutter den Wunsch gehört, ihn mir mitgeteilt und ich nun vor dir stehe, beweist, dass es auch mich anging. — Oder auch: Ich habe oftmals getan, was dein väterlicher Wille erheischte.5) 27ai Jacob sprach: „Der Ewige, dein Gott, hat es mir zugefügt." Esaw war nicht gewohnt, Gottes Namen im Munde zu führen. Und Jizchak fing nun an, daran zu zweifeln, dass Esaw vor ihm stehe. Doch musste nicht, so wird gefragt, diese Tatsache, dass Esaw den heiligen Gottesnamen nie aussprach, Jizchak schon längst überzeugt haben, dass sein Erstgeborener keineswegs fromm und gottesfürchtig war? Jizchak glaubte jedoch, dass Esaw, weil er *) Bechaje z. St. 2) Bechaje z. St. 3) Bechaje z. St. 4) z. Teil nach Pirke d'R. E. 5) Bechaje z. St.