Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 16 (1913)
- Issue
- Heft 4
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 14 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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— 14 — Es kirnt ins ois, dos Leben zu verlieren. Ober hoffen hoffen mir zi inser mechüten, Zi inser schwäher dem reichen, As er wert ins aufrechten mit allem giten Ün wert bekorauw schulem (= bald Frieden machen) machen! Zeena ureena. Ins Hochdeutsche übertragen von Sah Goldschmidt, Hamburg. Mit Anmerkungen versehen von Dr. A. Marmorsteiti. (Fortsetzung.) 27 2 „Er sprach: Ich bin alt und weiss nicht, wann ich sterbe.^ Da du durch den Verkauf deines Erstgeburtsrechts nach meinem Tode nichts mehr zu hoffen hast, so will ich dich, so lange ich noch lebe, mit meinem Segen bedenken ... — Wenn der Mensch dem Alter seiner Vorfahren nahe kommt, sei er seines Endes gewärtig.i) 27 s „Nimm dein Jagdgerät und erjage mir ein Wild!" Hat denn Jizchak nicht die Vorschriften der Thora beobachtet, die gebieten, dass das Tier vorschriftsmässig geschlachtet und zubereitet werde, und konnte Qott den frommen Jizchak so täuschen lassen,, dass er ihm von dem gewissenlosen Esaw das erjagte Wild, das gewiss nicht diesen Vorschriften gemäss getötet und zubereitet war,, zum Genüsse bringen lassen konnte? Es fügte sich nicht mehr, so ist die Lösung, dass Jizchak von dem Wild, das Esaw ihm brachte,, genossen, seitdem letzterer den Weg des Lasters betreten. So auch hier, als Jizchak ihn aufforderte, das von seiner Hand bereitete Fleisch vorzusetzen; anstatt dessen brachte Jacob von dem Zicklein, das seine Mutter zubereitet hatte. Eine Andeutung, dass Jizchak von Esaw das vollständig nach Vorschrift geschlachtete Tier heischte, liegt in dem Ausdruck „Zojidh". Das scheinbar überflüssige .,h" (= 5) in dem Worte „zoidh" deutet auf die fünf Verrichtungen des vorschriftsmässigen Schlachtens.2) 27 4 „Bringe mir, dass ich's esse, damit dich meine Seele segne." — Da Esaw das Recht der Erstgeburt für eine Speise dahingegeben, sollte er durch Darreichung einer Speise wieder entschädigt werden und des Vaters Segen erlangen. — Das gedrückte Gemüt wird durch einen Genuss aufgeheitert, und nur dem freudig Angeregten kann die Gabe der Prophetie zuteil werden. Doch warum Hess sich Jizchak nicht, wie jener Prophet, durch den Zauber der Töne begeistern und anregen? Er wollte sich Esaw gegenüber, dessen Sinn nur auf Erlangung irdischer, leiblicher Genüsse gerichtet war, auch nur von solchen dem angemessenen Mitteln aufrichten lassen. Die Gewalt *) Raschi z. St. 2) Raschi z. St.