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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1913-01-01 · Heft 4 · p. Seite 6

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
16 (1913)
Issue
Heft 4
Date
1913-01-01
Page
Seite 6 (sequence 8)
Language
German
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— 6 — passender Weise, wobei er auch das verpönte Wort T .... s gebrauchte; hierauf grosse Verwunderung bei den Chassidim. Da erklärte ein Spitzfindiger, dass der Rabbi wohl gar etwas anderes meinte, nämlich die Anfangsbuchstaben des Versteiles: „Toameho chajim sochu" „diejenigen, die daran Geschmack finden, sind des ewigen Lebens sicher". Als er aber auf die orthographische Abweichung aufmerksam gemacht wurde, indem hier in Toameho ein Tess stehe, während das Wort T.... s mit einem Tow beginne, erklärte er kategorisch: Des Rebben T .... s is mit a Tess.) 130. (Philologische Deutungen der Chederjungen): Worum heisst es a Lois (eine Laus), a Floi (ein Floh) un a Kamareh (komar, russisch— Mücke)? Als einst ein Insekt den Adam gebissen hatte, wusste er noch nicht, da er die Namen der Lebewesen noch nicht kannte, wie es zu benennen sei. Er wurde also veranlasst, es zu bezeichnen. Als ihm eine Laus vorgeführt wurde, sagte er: Loi-su (nicht dies); man zeigte ihm den Floh, da sagte er: Af-Lo (auch nicht); als er aber die Mücke erblickte, erkannte er sie sofort und sagte: Kamareh (hebräisch, d. h. so ähnlich). Daher diese Namen. 131. Homons Kopf, Koirachs Geld, Meschusselachs Johren usw. 132. Gewiesen a Heu in Siddur. (Ein jüd. Baal-Agoloh [Fuhrmann], der für sein Pferd kein Futter hatte, erzählte ironisch, er speise sein Tier damit ab, dass er ihm ein Heu [He, hebräischer Buchstabe] im Gebetbuch zeige.) 133. Amerischke Ganew (eine scherzhafte Redensart der in Amerika eingewanderten Juden, die den Einfluss des Landes auf die Einwanderer ausdrücken soll). 134. A Klog zu Kolumbussen (eine ähnliche Redensart, die aber in entgegengesetztem Sinne gemeint ist). 135. ihr seit a Litwak? — Ihr seit alein (selbst) a Ganef! . . (Redensart). 136. AI tiftach peh les(ch)oton (sich nicht in einer bösen Stunde aussprechen). 137. Lehawdil elef Hawdoles („Um ja keinen Vergleich zu ziehen"). 138. A Roife chojlim un Matir assurim (ironische Redensart auf einen, der gleichzeitig Arzt und Rabbiner ist). 139. Schabbos nje Ben-Jochid (eine Vertröstung für einen, dem die Mittel fehlen, für den Schabbos die nötigen Ausgaben zu bestreiten). 140. Gut-Schabbes — Ess gebrotene Sabbes (ironische Erwiderung auf einen Schabbos-Grüss).

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