Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 16 (1913)
- Issue
- Heft 4
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 2 (sequence 4)
- Language
- German
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— 2 — 30. Akraz dem Besem um mach aruf (Parodie auf: Hakzar besaam u maarich af.) In der Slowakei erzählt man: Ein Qoj kommt in Schul, da ruft der Chasen gerade: Hakzar besaam etc. Der Qoj versteht: Hackts ihn zusamm und macht 'n auf. Er läuft davon. 31. An'obgeschlogene Heischanoh (Ein verbrauchter Mensch), 32. Cheite b'eigel gewen. 33. Er hot a Kol fun bas-hajahnah. 34. A Chochem balajlo (Variante: A Chochem in Manistanoh). 35. A Zaddik in Pelz (Die hebräischen Endbuchstaben k, m, n/ f, z heissen ihrer schlichten Form wegen „schlichte" Buchstaben. Aus schlichte wurde im Jüdischdeutschen schlachte schlechte, daher ein Scheinheiliger: Zaddik im Pelz, wie im Deutschen „Wolf im Schafspelz". D.). Vgl. hingegen „Mitt." IV, 133. 36. Qeworen a Kodesch (hat sich stark verletzt). 37. Emes, Jauscher un S[ch]echel (die Anfangsbuchstaben dieser drei Worte bilden das Wort „isch" Mann) findet man bei Weibern. Emes: Hein schochawti emes. Joscher: Jos [ch] er mim ah schehoisch rouzeh hoischoh rauzoh, Sechel: U was kouhen ki sechel lisnous ... 38. Reb Jehudahs Ssimonim, Boas's Schreck, Löfs Tous ... etc. 39. Wo steht in Choumesch: Dos, wos, sog? Eis[ch] dos, Eimiseh wos, Meicharzanim wead sog. 40. Eins far Achron. 41. Qemore-nenore (= willst du nicht [littauisch]); Chumeschne'umesch (kannst du nicht [russisch]); Mischnajesch neznajesch (verstehst du nicht, auch russisch). 42. Hajom kan umocher b'keidan (Wortspiel; Keidan eine kleine Provinzstadt in Litauen). 43. A alter Bal-Tefilah (einer, der schon lange nicht gebetet hat). 44. Heidu-Wperiod (Heidu Gebet vorher; beruht auf einer bekannten Episode, in der ein russischer Tschinownik die religiösen Streitigkeiten zwischen Chassidim und Misnagdim in einer Frage des Ritus zu entscheiden hatte). 45. Host Maureh leien Kriessmah. 46. Isch-Chossid hojoh — as nischt kein Meidel is a Goje (Ironische Redensart gegen Chassidim). 47. Wo stehen drei Sajin in Eisehu Mekaumon? Porim hanisrofim usirim hanisrofim (ironische Redensart gegen Analphabeten).. 48. A groisser Jechpotz (Trottel). 49. „As Dir, Gottenju, is lieb, is mir niche." (Eine alte Frau wollte nämlich das Wort „Jechpotz", das in dem Morgengebet vorkommt,, wegen seines Nebensinnes im Jüdischen nicht aussprechen; als sie aber schliesslich einsah, dass dieses Wort doch im Gebetbuch steht, entschloss sie sich, es auszusprechen, mit der Begründung, dass, wenn es dem lieben Gott recht, es auch ihr billig sei.) 50. Proste Mehl — proste Lokschen. (Ein Dorfjude las im Abendgebet von Pessach die Abkürzungen: P. M. und P. L. [Pes-