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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1913-01-01 · 2 (1913) · p. Seite 35

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
16 (1913)
Issue
2 (1913)
Date
1913-01-01
Page
Seite 35 (sequence 37)
Language
German
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— 35 — Anfang abzuweisen, dass das nachbiblische Judentum durch Ueberschätzung des Buchstabens seines hebräischen Bibeltextes charakterisiert werde. L. E. Gut, Für unsere Jugend. Neue Folge. Frankfurt a. M. 1913. J. Kauffmann. M. 3. Dem kürzlich erschienenen ersten Versuch dieser Herausgebervereinigung, der jüdischen Jugend eine Auswahl gediegener Lesestücke zu bieten, reiht sich würdig die vorliegende Fortsetzung an. Neben jüdischen Verfassern wie Jehuda Halevi, Auerbach, Lehmann, Rodenberg, Löwenberg u. a., sind auch Qerok, Platen, Björnson und andere Nichtjuden bei dieser Blütenlese herangezogen worden. Die Zusammenstellung verrät einen guten Geschmack und lässt weitere Folgen dieses Unternehmens mit Freuden begrüssen. Gleichzeitig sind in demselben Verlage (M. 3) unter Mitwirkung einer Kommission von Th. Rothschild „Bausteine" herausgegeben worden, die aus Darstellungen der biblischen und jüdischen Geschichte sowie des jüdischen Lebens ganz ausgezeichnete Proben bieten. Nicht Kinder allein, auch Erwachsene wird das Buch zu Freunden gewinnen. Für Religionslehrer und Schülerbibliotheken sind beide Neuerscheinungen unentbehrlich. Rieh. Linde. Alte Kulturstätten. Bilder aus Aegypten, Palästina und Griechenland. Bielefeld 1911, Velhagen & Klasing. Mit dem Auge des echten Künstlers hat Linde seine Aufnahmen gewählt, mit plastischer Darstellung den Text dazu verfasst. Hier spricht eine Seele, die z. B. die Eigenart der palästinischen Landschaft mit richtiger Intuition erfasst hat. Im Gegensatz etwa zu Aegypten betont Linde (86), dass wohl keine Landschaft „mehr passe für ein Land, das das heilige heisst, als diese mit ihren herben stilisierten Linien". Was über das Christentum in Palästina gesagt wird, verdient besondere Beachtung. Mit gleicher Meisterschaft wie Palästina sind die übrigen Kapitel behandelt. Das Buch, ein Geschenkwert vornehmster Art, ist u. a. eine wertvolle Bereicherung der Palästinaliteratur. M. Die Bücher der Bibel, Herausgegeben von F. Rahlwes. Zeichnungen von E. M. Lilien. Braunschweig, George Westermann. Bd. 6 und 7. 1909/12. Das glänzende Werk, dem wir in seiner Art trotz Dore nichts an die Seite zu stellen wüssten, zeigt in den vorliegenden beiden Fortsetzungen der Toraübertragung die gleichen Vorzüge wie diese. Die feine Uebersetzerkunst, die Reuss eignete, dessen Arbeit ja dem Unternehmen zugrunde liegt, entzückt auf jedem Blatt von neuem. Der Herausgeber hat gewissenhaft, der Tendenz des Unternehmens entsprechend, in seinen Einleitungen aus dem wogenden Hin- und Wider der bibelkritischen Hypothesen das Wichtigste und Wahrscheinlichste herausgehoben. Im Buche Esther z. B. aber kein anderes religiöses Motiv zu finden, als engherzigen Fanatismus, heisst doch die Objektivität ein wenig treiben. Ueber-

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