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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1913-01-01 · 2 (1913) · p. Seite 34

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
16 (1913)
Issue
2 (1913)
Date
1913-01-01
Page
Seite 34 (sequence 36)
Language
German
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— 34 — Hugo Daffner, Salome. Ihre Gestalt in Geschichte und Kunst. München 1912. Hugo Schmidt. M. 12, geb. M. 14. Vom Verlage mit verschwenderischer Pracht ausgestattet, zählt diese Monographie über eines der beliebtesten Kunstthemen zu den interessantesten. An dem einen Thema versuchen sich alle Zeiten und alle Künste. Ihre Eigenart und Unterschiede lassen sich kaum besser erkennen. Am nächsten stehen uns, wie begreiflich, die Behandlungen der jüngsten Zeit. Besonders Flaubert, Wilde und Richard Strauss haben den Stoff ungemein volkstümlich gemacht. Das Buch wird überall Freunde finden. In demselben Verlag erschienen ist: L. Ewers, Frau Ingeborgs Liebesgarten, ein Bonner Lokalroman, der hie und da — nicht günstig — auch von Juden spricht. Nicht übel ist die Bemerkung S. 603: „Alles gut und wohl mit unserer evangelischen Religion. Aber sind mir zu viel Juden drin." V. Zapletal, Der Schöpfungsbericht der Genesis (1, 1—2, 3), 2. Aufl., Regensburg 1911. G. J. Manz. M. 3,20. Wie von der ersten Auflage gilt auch von der vorliegenden das Lob umfassender Beherrschung der einschlägigen Literatur, vorurteilsfreier Forschung und geschmackvoller Darstellung. L. M. Pines, Die Geschichte der jiddischen Literatur (jüdischdeutsch). Warschau 1911. B. Schimm. Ein prachtvolles Buch, das keiner, der sich mit der jiddischen Literatur vertraut machen will, entbehren kann. Sowohl die kulturpsychologische Darstellung des Hintergrundes als auch die Charakteristik der einzelnen Autoren ist durchaus gelungen, das Ganze mit kritischem Urteil und in frischem, flüssigen Stil behandelt. Wir wünschen dem Buch viele Leser. B. N. Ignaz Briess, Schilderungen aus dem Prerauer Ghettoleben. 2. Aufl. Brünn 1912. Max Hickl. Wie jede Art jüdischer Memoiren sind auch diese „Jugenderinnerungen eines Achtundsiebzigjährigen" mit Freuden zu begrüssen. Einzelheiten, wie der Seite 69 erwähnte Purimsscherz, der Zimbalist (S. 68) u. a., bilden Bausteine zu einer jüdischen Kulturgeschichte. Die Weglassung von „Streiflichtern", wie der Bemerkung auf Seite 54 Anm. 36 und Seite 57, würde meines Erachtens den Wert des Schriftchens nicht beeinträchtigen. R. Norbert Peters, Der Text des alten Testaments und seine Geschichte. Münster i. W. 1912. Aschendorff. M. 1. Um zu erfahren, welcher Wandel sich gegenwärtig in der katholischen Gelehrtenwelt vollzieht, braucht man nur in diese ausgezeichnete Arbeit einen Blick zu werfen. Was Seite 43 über das Verhältnis von Kirchendogma zur Bibelforschung gesagt wird, wird noch durch das Zitat am Schluss überboten: „Es gilt wahrhaft und positiv biblische Wissenschaft treiben oder moralisch vor der wissenschaftlich gebildeten Welt untergehen." Als ungerecht ist nur der

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