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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1913-01-01 · 2 (1913) · p. Seite 32

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
16 (1913)
Issue
2 (1913)
Date
1913-01-01
Page
Seite 32 (sequence 34)
Language
German
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— 32 — Ebenso zeichnet sich durch wissenschaftlichen Geist und zugleich volkstümliche Darstellung die Schrift von Leszynsky aus. Qoodmans Angaben z. B. über die Chalucka lassen Belege erwünscht erscheinen. Wichtige Quellen hat er unbenützt gelassen. Trotz gewisser Mängel im einzelnen wünschen wir dem Werke als solchem ein kräftiges Gedeihen. M. J. V. Widmann, Ausgewählte Feuilletons. Herausg. von Dr. Max Widmann. Frauenfeld 1913. Huber & Co. M. 5,—. Die Lektüre dieser Proben 'Widmannscher Feuilletons bietet einen erlesenen Genuss. Gleichviel, was er behandelte, aus allem sprach ein feinsinniges Erfassen des Grössten wie des Kleinsten und ein unfehlbar sicherer Takt. Wie treffend empfiehlt er, die leidige Heine- Denkmal-Frage dahin zu lösen, dass man statt der Figur des Dichters eine seiner unvergänglichen Schöpfungen, etwa die Loreley, zur monumentalen Ehrung seines Genies ins Auge fasse. M. Arthur Brews, Die Christusmythe. 1. Tl. (Verbesserte und erweiterte Ausgabe.) 1910, M. 3, 2 Tl. 1911, M. 4. Eugen Diederichs, Jena. Wenn Drews selbst von seinem Werke sagt, er habe nur längst gesicherte Forschungsergebnisse unter einen einheitlichen Gesichtspunkt gestellt, so wird diese Erklärung beim Lesen des 1. Teils Schritt für Schritt erhärtet. Wir folgen, von kundiger Hand geführt, den Spuren der Entstehung des Christusproblems und seiner Kristallisation zur Ch.ristuspersönlichkeit. Das Ethische und Wertvollste darin stammt aus Jesaja und seinen Nachfolgern. Wie ernst religiös das Motiv des Verfassers ist, zeigt am klarsten das Schlusskapitel über „Das religiöse Problem der Gegenwart". Der 2. Teil ist im wesentlichen eine Abrechnung mit den Gegnern, vor allem mit W e i n e 1. Vortrefflich ist die Bemerkung S. XIII über den Eifer jüdischer Apologeten der Geschichtlichkeit Jesus, vergl. übrigens auch S. 370. Drews findet die Rückkehr des protestantischen Liberalismus zum Judentum näher liegend als die Taufe der Juden, ,,da der Glaube an den historischen Jesus doch eher aufgegeben, als die Jesusverehrung der Liberalen von einem Juden mitgemacht werden kann" (S. XIV). Das Buch ist für die Mythenkunde von hoher Bedeutung. L. Cabot E. L., Alltagsethik. Deutsch von H. Scheu-Riesz. Stuttgart 1912. J. Engelhorns Nachf. M. 4. Wie alle diese „Lebensbücher", atmet, auch von direkter Bezugnahme auf die Bibel (wie S. 37) abgesehen, dieses prächtige Werkchen den praktisch-ethischen Geist des alten Testaments. Auf jeder Seite weht dem Leser ein frischer kerngesunder Wille zum Guten entgegen. N. WHh. Bacher, Ergänzungen und Berichtigungen zur Agada der babyl. Amoräer. J. Kauffmann 1913. Frankfurt a. M. M. 1,50. Jeder Besitzer des Bacherschen Werkes wird dieser Ergänzung bedürfen.

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