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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1913-01-01 · 2 (1913) · p. Seite 30

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
16 (1913)
Issue
2 (1913)
Date
1913-01-01
Page
Seite 30 (sequence 32)
Language
German
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— 30 ~ Beschäftigung mit der Tora zuteil werden soll. Der Frauen Aufgabe soll nicht das Studium, sondern die Hauswirtschaft sein. Deshalb ist ihnen auch nur eine geringe Zahl von religiösen Pflichten auferlegt. In den Sprüchen Sal. wird darum das Biederweib die Krone des Gatten genannt. Denn er muss sich ein solches Weib erst verdienen, dann ist sie seine Ehre und Zierde. Wenn nun, wie im Tr. Berakhot zu lesen, jener fromme Sänger R. Hamnuna, aufgefordert, ein lustiges Lied vorzutragen, sein Wehe! Wehe! anstimmte, so mahnte er damit zunächst daran, dass, wenn auch die Gegenwart noch so freundlich, die Zukunft doch düstere Tage bringen könne. Vielleicht geraten die Kinder des jungen Paares nicht. Auch war die Erinnerung an den Tod und an die Wichtigkeit des Menschenloses ganz am Platze. Vielleicht entsteht zwischen den Ehegatten Zwist und es entschwindet Gott aus ihrem Hause, das Jah (s. oben), d. h. das Jod aus isch Mann, und das He aus ischah Frau, und es bleibt auf beiden Seiten nur esch Feuer! So warnte der Sänger durch sein Klagelied vor Zuständen, in denen Mann und Frau solche Klagelieder anzustimmen Grund haben könnten. (Aus dem hebr. Original.) (807.) Aus einer Trauungsrede (Orig. jüdisch-deutsch). Voran gehen einige „Erinnerungen" über das Trauungszeremoniell. . . . „Wir sprechen vom Tode? Billig sollte an einem wonnevollen und zur Freude gemachten Tage, wie dem heutigen, den Lippen kein trauriger Ton, der Brust kein Seufzer entfahren, um durch eine Erinnerung an Trennung beim jungen Paare kein wehmütiges Gefühl rege zu machen. Allein im Uebermass der Freude, im vollen Genuss der Wonne und des Wohllebens ist eine Vergessenheit des Gebers alles Guten leicht zu befürchten, wie es im Buch Moses (V, 8) heisst: „Hüte dich, du möchtest dich übersatt essen, schöne Häuser bauen, dein Vieh, dein Silber und Gold sich mehren, dein Herz aber übermütig werden und du den Ewigen vergessen." Aus diesem Grunde wollten wir nebenher durch eine kleine wehmütige Erinnerung einen Balsam für den Uebermut bereiten. Daher erwiderte der Hochzeitssänger R. Hamnuna (im Talmudtraktat Berakhot) den Rabbinen, welche bei irgend einer Trauung das Brautpaar zu besingen ihn aufforderten: „Weh uns! Weh uns! Wir sind sterblich!" Dies sagte er wiederholt. Dieser kluge Sänger wollte durch die eine Erinnerung an solchem Tage die Anwesenden warnen, dass sie im vollen Masse der Freude den Ewigen, der die Freude ihnen schuf, nicht vergessen und übermütig werden möchten. Doch kann die Erinnerung an Trennung für den jungen Mann nur dann traurig sein, wenn er einer sanften, guten und friedfertigen Frau sich zu erfreuen hat, die in jeder Hinsicht nur für den Mann lebt und mit ihm ein Wesen ausmacht. Eine böse Frau hingegen ist bitterer als der Tod, wie der weise Salomo sagt. Nicht umsonst werden unseren beiden Urvätern Isak und Jakob, wie auch unserem Gesetzgeber Moses

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