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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1913-01-01 · 2 (1913) · p. Seite 29

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
16 (1913)
Issue
2 (1913)
Date
1913-01-01
Page
Seite 29 (sequence 31)
Language
German
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— 2g - Strome — aussetzt, auch sein Torastudium nicht unablässig betreiben will, heiraten darf. So heisst es auch Psalm 32,6: „Darum bete zu Dir jeder Fromme zur Zeit, da er (Dich) finden kann. „Nur'4 dass ihn mächtige Fluten nicht treffen.' Der Talmud bezieht den ersten Teil des Verses auf das Finden der Frau, und das „nur" bedeute: nur mächtige Fluten, d. h. ununterbrochenes Torastudium, werden nicht sein Teil. Sahen wir somit, dass nur durch Treue gegen die Tora und ihre Gebote eine Ehe gesegnet wird, so fragen wir nun, weshalb die 7 Segenssprüche bei der Trauung vorgetragen werden. In dem BucheM atte Mosche wird als Grund angeführt, dass David im 29. Psalm siebenmal das Wort qol Stimme wiederholt (vgl. auch Tr. Berakhot 29, wo von den 7 Segenssprüchen im Sabbatgebet gehandelt wird). Eine Stütze findet diese Begründung in dem Vers Jer. 33,11: „Stimme der Wonne (= 1) und Stimme der Freude (= 2), Stimme des Bräutigams (= 3) und Stimme der Braut (= 4), Stimme (= 5) (derer), die sprechen (mindestens 2, Summa 7): „Danke t dem Ewigen der Heerscharen, gütig ist der Ewige, ewig währt seine Gnade." Dass es nun zum Schlüsse heisst: Stimme — in der Einzahl, sprechen — in der Mehrzahl — (hebr. qol omerim), weist hin auf eine Beziehung auf das siebenmalige „Stimme" (Qol) in jenem 29. Psalm und darauf, dass siebenmal das „Hodu" (danket) respondiert wurde. Hiermit stimmt der Ausspruch im Tr. Berakhoth überein: Wer an der Hochzeitstafel teilnimmt und dazu beiträgt, die Freude des Bräutigams zu erhöhen, der macht sich um die Tora verdient; — denn der rechte Ehebund kommt ja durch die Tora zustande. So verstehen wir auch, weshalb Elieser der Rebecka (vgl. Raschi und Kle jaqar einen Nasen ring und kein anderes Kleinod überreicht hat. Für die Armbänder gibt Raschi einen zureichenden Grund an, aber nicht dafür, dass gerade ein Nasenring das andere Geschenk bildete. Nun, es heisst im Tr. Aboth: Wehe den Geschöpfen, die die Tora missachten und wer nicht die Tora studiert, wird nazuf (Verächtlicher) genannt, denn es heisst: ein goldener Reif im Rüssel eines Schweines ist ein schönes Weib von schlechten Sitten. Nun wird ein Gelehrter, der das Torastudium vernachlässigt, von R a s c h i zu Sprüche Sal. als ein solcher „goldener Ring im Rüssel usw." bezeichnet. Auch wird ja betont: nur der ist ein freier Mann, der sich mit der Tora beschäftigt. Elieser spielte also mit dem Ringe darauf an, dass, wer die Tora vernachlässigt, keine gute Ehe verdient, und die beiden Armbänder sind Symbole der beiden Bundestafeln, von denen es heisst: „Freiheit" ist ihr Inhalt (al tiqre charuth ela cheruth), und nur, wer sie beherzigt, ist wirklich frei und verdient eine brave Frau, wie der Sohn eines Abraham. In dem oben zitierten Ausspruch in Tr. Berakhot (6 b) heisst es nur: „wer den Bräutigam erfreut," nicht aber auch „die Braut", weil eben dem Bräutigam durch die Ehe der Lohn für seine

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