Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 16 (1913)
- Issue
- 2 (1913)
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 3 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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— 3 — Ahasveros (kommt aus einem Kabinett): Charbona, hat W a s c h t i schon, Für ihren Frevel den verdienten Lohn? Auf der Stelle soll man sie richten. Qeh! — Man soll mir's berichten. Charbona: Grosser König und mächtiger Herr! Beharrscher von 127 Medinaus (Provinzen)! Losstmich reten a baar Wattlech ner, Ihr wisst, bei mir is kän Mines (hier: Falschheit). Ihr hätt Gottes Recht. Von W a s c h t i wor es gewaltig schlecht, Dass sie auf eier Verlange Nit gleich her is gange — Es is ober W a s c h t i nit allän, Die nit folgt ihren Man; Geht all eier Medinaus aus. Ihr wat sehe, kän Man gilt nix in Haus! — Un von Haudu (Indien) bis Kusch (Aethiopien) an End Führen die Weiber das Regiment. Sie frogen nit noch Gott un die Welt, Wolfen nor naus das Geld For Putz un neie Kleider, For Konzerte un Triater! Zwackens a an die arme Gesinder, Schlagen for a Kappore (hier: zu schänden) die Kinder, Halten den Man for a Hund; Der hot nebbich kän ruhig Stund, Der muss lafen, der muss renne In Wind, in Wetter un in Regen, Muss verfrieren un verbrenne. Dauert das Ding noch länger fort, Hemm mir chas wescholaum (bewahre!) den grössten Spott! Drum, mein Harr und König! Bitt ich untertänig, Losst schreiben a Dekret, Eh es watt zu spät; Do nein lassen mir stellen: Was vun heint an die Männer haben wellen, Müssen die Weiber gleich tun — Wo nit, kriegt jede wie W a s c h t i ihr Lohn. Ihr wat sehe, das Weiberregiment Hot do ball sein End. Ahasveros: Schön, Charbona, schön! Das soll un muss geschehen.