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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1913-01-01 · 1 (1913) · p. Seite 28

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
16 (1913)
Issue
1 (1913)
Date
1913-01-01
Page
Seite 28 (sequence 35)
Language
German
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— 28 — Herrn. Gunkel, Die Urgeschichte und die Patriarchen. (Die Schriften des Alten Testaments, I 1). Göttingen 1911, Vandenhoek und Ruprecht. M. 5.60. Mit bewundernswerter Klarheit gibt Gunkel in der Einleitung einen Ueberblick über die Entstehung des Pentateuchs nach den Ergebnissen der liberalen protestantischen Bibelkritik. Das erste Buch Moses wird als eine Sammlung von Sagen behandelt. Selbst für den, der Gunkels Standpunkt nicht teilt, bieten seine feinsinnigen Erörterungen, besonders über den ästhetischen Wert der biblischen Erzählungen, die wertvollsten Winke. So, wenn er (S. 31) das Eigentümliche der hebräischen Volksüberlieferungen in einem Schimmer der Pointen, einer Vorliebe für das Geistreiche findet. So eingehend und so verständnisvoll, man möchte sagen, mit solchem Entzücken sind die Feinheiten der biblischen Erzählungskunst noch selten aufgespürt und klargelegt worden. Uebersetzt werden die meisten Stücke, allerdings nach den drei angenommenen Quellenschriften vollständig, wie gesonderte Werke, voneinander geschieden. Die Lücken füllen Inhaltsangaben aus. Wie diese Art der Quellenscheidung Schwierigkeiten aus dem Wege zu räumen sucht, die von der rabbinischen Exegese durch genealogische u. a. Sagen übersponnen werden, zeigt sehr lehrreich z. B. Genesis 31,46 auf S. 222. Was Gunkel an „Sagenparallelen" wie auf S. 232, 260fg. anführt, ist für die vergleichende Volkskunde ebenso von bleibendem Wert, wie der archäologische Kommentar z. B. 267 fg. P. Zaunert, Deutsche Märchen seit Grimm. Jena 1912, E. Diederichs. M. 3.-. Der vorliegende fünfte Band der „Märchen der Weltliteratur" dient nicht nur dem Lesebedürfnis der Kleinen. Er ist jedem Folkloristen ebenso unentbehrlich, wie die Grimmsche und andere Märchensammlungen, die alle, weil stets nur auf ein bestimmtes Sammelgebiet beschränkt, vielfache Ergänzung zulassen. Ueber die Herkunft der hier vereinigten Märchen und anderes Wissenswertes soll am Schluß der Serie berichtet werden. Ihre Auswahl ist eine vortreffliche, ebenso die Schneidlersche Ausstattung. Nur hätte es u. E. der Sammlung keinen Eintrag getan, wenn eine Nummer, wie „Der Jude und das Vorlegeschloß", weggeblieben wäre, die ganz überflüssigerweise das Gift des Judenhasses in die Kindesseele träufelt. R. Huldschiner, Der Tod der Götter. München 1912, Albert Langen. M. 4.50. Das Buch eines Grüblers, das unwiderstehlich zum Grübeln anregt. In Rufus, dem Helden des Buches, verkörpert sich der letzte Kampf des Heidentums gegen das mit allen Mitteln werbende Christentum. Die Heiligsprechung der Asche des Rufus ist der Triumph der neuen Lehre. Ihren Sieg auf Erden verkündet der

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