Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 16 (1913)
- Issue
- 1 (1913)
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 23 (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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— 23 — was aus den beiden werden würde. Esau ward ein Mensch, der an dem wilden, blutigen, aufregenden Jagen Gefallen fand. Das Wort TH von TO „fangen", „nachstellen" läßt auch auf den Heuchler schließen, der des Vaters treues mit Ränken nicht vertrautes Herz mit heuchlerischen Reden gefangen nahm. Er fragte ihn, ob man verpflichtet sei, von Salz und ßrot den Zehnten zu geben. Jizchak hielt ihn darum für gottesfürchtig und fromm, die Gebote beobachtend. Jakob hingegen lebte eingezogen, dem Studium der Gotteslehre sich widmend Jizchak, dem es durch seine Blindheit und seinen geringen Verkehr mit Menschen nicht gegeben war, die Herzen zu ergründen, ließ sich von Esau täuschen, um so mehr, als dieser Gottesfurcht heuchelte und ihn mit Wildbret versorgte. Ribka hingegen zog mit hellsehendem Mutterauge Jakob mit seinem geraden, frommen Gemüt vor 2529 "TO Dpp "im Jakob kochte ein Gericht von Linsen. Die Linse ist ein Zeichen der Trauer, ein Sinnbild: wie die Linse rund ist, so macht auch der Tod die Runde unter den Menschen, keinen verschonend. Jakob wollte dadurch die Trauer um den an jenem Tage verschiedenen Abraham bekunden, den Gott fünf Jahre vor dem Ablauf der Lebensfrist, die ihm beschieden war, sterben ließ, damit er die Ausschweifungen seines Enkels Esau nicht erlebe2). rmn p lt£>J? NIM Esau kam vom Felde müde von der Ausübung seines mörderischen Gewerbes. — Fünf Sünden hatte er an jenem Tage begangen: Unzucht, Mord, Leugnung einer Vergeltung im Jenseits, Verwerfung des Gottesgedankens und Verschmähung des Rechtes der Erstgeburt3). 2531 imia ntf DVD mro Verkaufe mir jetzt deine Erstgeburt, DVD wie der Tag wiederkehrt, so unverbrüchlich und unumstößlich, denn du wirst der heiligen Rechte, die die Erstgeburt mit sich bringt, nicht würdig sein4). 25 32 mDD r.T rdn r\)nb t^n *d:k ran r&v ion^ Ich gehe zum Tode, wozu mir die Erstgeburt? Der Gottesdienst, den das Recht der Erstgeburt bedingt, bringt, wenn nicht recht geübt, den Tod mit sich, und der würde so bald mein Los sein. Oder auch: Die Ehrenbezeugungen, die man dem Erstgeborenen angedeihen läßt, erfolgen erst nach dem Tode des Vaters; wie werde ich bei meinem gefahrbringenden Gewerbe meines Vaters Tod erleben*)? 261 riDTOE -nn ne&w h i^ ann psn 2jn ^rm Es war Hungersnot im Lande, da erschien ihm der Ewige und sprach: „Gehe nicht hinab nach Mizraim!" Abraham konnte das tun, doch *) Rasi z. St. 2) Bech. z. St. *) Bech. z. St. 4) Rasi z. St. 5) Bech. z. St.