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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1913-01-01 · 1 (1913) · p. Seite 22

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
16 (1913)
Issue
1 (1913)
Date
1913-01-01
Page
Seite 22 (sequence 29)
Language
German
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— 22 — -einem Grotteshause Jakob vor. So stritten sie um den Besitz der zeitlichen und der ewigen Welt1). "OHK Hl no*? p "iDKm Und sie sprach: „Wenn die Schmerzen der Schwangerschaft so groß sind, warum habe ich sie erfleht2)?";n V/~TÖ l^ni Sie ging, den Ewigen zu befragen im Lehrhause von Schern3). Doch warum wandte sie sich nicht an ihren Gatten Jizchak? Dieser hätte ihr erwidern können: „Da deine Schmerzen größer sind als die der anderen Frauen, müssen auch deine Verdienste geringer sein4)." 25 23 -proDS D": ^tfc' Zwei Völker sind in deinem Leibe, G": oder D\n; auch Stolze, Vornehme. Es deutet, so wird es erklärt, auf zwei vornehme Nachkommen Jakobs und Esaus, auf Rabbi Jehuda ha-Nassi und den römischen Kaiser Antoninus, die Zeitgenossen und Freunde waren. Hierüber berichtet der Talmud: Kaiser Antonin besuchte Rabbi täglich, um die Geheimnisse der Thora mit ihm zu erforschen. Keiner am römischen Hofe durfte dies wissen, da beider Leben sonst gefährdet gewesen wäre. Der Kaiser tötete deshalb immer die beiden ihn begleitenden Sklaven. Eines Tages fand der Kaiser bei Rabbi dessen Studienfreund Rabbi Chanina vor. Der Kaiser zürnte, da er ihm ja geboten, niemals einen Menschen bei sich zu haben, wenn er ihn besuche. „Dieser", antwortete der Rabbi, „ist mehr als ein Mensch". „Er beweise es", sagte der Kaiser, „indem er meinen Sklaven herbeirufe, der vor der Tür steht." Rabbi Chanina fand den Sklaven tot, betete zu Gott und der Sklave lebte wieder. Antonin erwies Rabbi alle Ehren und bediente ihn wie seinen Gebieter. Von Rabbi Jehuda wird berichtet, daß, obwohl er große Reichtümer besaß, und die Gäste und Diener seines Hauses fürstlich lebten, er doch nie von den Genüssen dieser Erde so viel wie eines Fingers Größe gekostet habe5). 2 5 24 r\:®22 c^Din nam mbb rra> ^bm. Und als die Zeit erfüllt war, da sie gebären sollte, siehe, da waren Zwillinge in ihrem Leibe. Das Wort D^DINH ist hier ohne K geschrieben, weil Esau ein unedler Sproß und ihre Geburt also nicht ganz wohlgefällig vor Gott sein konnte. Bei Tamar, der Schwiegertochter Jehudas, jedoch wird das CTOlxn mit dem k geschrieben, denn beide Sprößlinge blieben tugendhaft6), 2527 D^MPl itnn Die Knaben wuchsen heran, Esau ward ein Jagdkundiger und Jakob ein gerader Mann, in Zelten wohnend. Erst als sie das 13. Lebensjahr erreicht hatten, ein Alter, in dem sich zuerst die Charakteranlage untrüglich bekundet, erkannte man, *) Rasi z. St. 2) Rasi z. St. 3) Rasi z. St. *) Beck. z. St. 5) Bech. z. St. vgl. jetzt S. Krauß, Antoninus und Rabbi, Wien 1910. 6) Rasi z. St.

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