Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 16 (1913)
- Issue
- 1 (1913)
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 18 (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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- 18 — — „Dos is a Lokomotif." „Ljokum liegt tief!?" „Af wos darf men dos?" — „A mol (einst) flegt men fohr'n af Ferd, Haint darf men kin Ferd nit. W'hin mi darf, kummt men af gieck." — „Gwalt, mschuge! A weit nit a kluge! Mi soll sach bimühen, A sei (so) giecti zu fliehen! Wos is giwor'n, As ich bin a Mol gifohr'n Af a Ferd, Wos drai Rub'l wert? Unsere Gischäft'n Hob'n gihot mehr Kräft'n, (Wie) die starke Mauer'n, Lang zu gidauer'n. Mir sainen gifohr'n still Un mir (wir) hob'n gilebt viel, Gor nit gilofn, Un durch (überall) gitrof'n! Haintige Ejssokim (die jetztigen Geschäfte) Sainen Cheisek-cheisokim (Spaß der Spässe). Giech (schnell) gefleig'n, Die Gelt (das Geld) zuzuleig'n, Mi wollt gern Gich poter (frei) wer'n, — Wail der Ejssik (denn das Geschäft) is (ist) nudne (ein Zwang) Un die Parnosse (Unterhalt) is brudne (knapp); Der Fohr'n (Fahren) wie der Gischäft is eich (auch) Nor Himm'l, Steib (Staub) un Reich (Rauch). Gwald, die varzaitige Welt, Wos hot uns gefehlt?!" III. Aristokrat] e (Aristokratische Lebensführung). Ich bin in a Stub (Haus) arain (hereingekommen), — Sie is zugiklib'n (geziert) fain (hübsch). Steien (stehen) bai'n Tür Greisse Schüch ohn a Schir (große und viele Schuhe). Klär' ich bai sich, As (daß) mi tor aber nit araingein in Schüch, Bin ich arain in Sock'n, Un giblib'n derstrock'n (erschrocken): Ich seh', as (daß) sitzt a Waibl a weile Un die Hänt (Hände) is (sind) heile (entblößt). Der Balebos (Hausherr) sitz b'giluj rosch (mit entblößtem Haupte). Ich weiß nit wie zu reid'n