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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1913-01-01 · 1 (1913) · p. Seite 12

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
16 (1913)
Issue
1 (1913)
Date
1913-01-01
Page
Seite 12 (sequence 19)
Language
German
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— 12 — Jüdische Volkslieder aus Rußland» Von Rabbiner S. Beilin, Irkutsk. (S. Mitteil. 1912, Heft 4.) Der Bocher mit'n jungen Mann. (Der Unverheiratete und der Verheiratete. — Ein Dialog)., Aus derselben Quelle. I. „Wos host-e vartracht (dir vorgenommen), Wos far a-Nais (Neues) host-e aroisgibracht, Sitz'n a Bocher bis draissig Johr! Durchlosn Zait Nit wie a Lait (vernünftiger Mann), Zi du bist nor a Chochim nor? (als ob nur du ein vernünftiger Die ganze Welt [Mann wärest) Lost saeh kostn Geld, Nor zu hob'n Waib un Kind. Nor (aber) Bocher du einer, Da meinst, du bist a scheiner,, bis | Du willst nit horewen (mühsam arbeiten) af a Gisind." II. „Wie gut un weil (wohl) Is jenems Teil, Wer es lebt sich in Einsamkait, Er lebt sich ohn' Zaar (Kummer), Asei wie a Harr (Herr): Er varbreingt in Fraid'n die ganze Zait: Schabbes un Woch, Keiner kukt mir nit noch; Wie ich will, prawe ich main Sseider (richte ich meine Ordnung ein)«,. Kin Chromes, kin Kloles (kein Bann, keine Flüche), Kin Giwein, kin Jeloles (Klagen). bis { Rein un still bai mir in Cheider (Zimmer)." III. „Du weist nit vun Varginig'n (Vergnügen), Dir könn in Sinnen gor nit lieg'n (kannst gar nicht verstehen), Wie gut dem Menzsch'n, wos nit allein. Ich hob eppes a Meire (wenn Furcht mich ängstigt), Ich kumm a Heim mit a More-sch'cheire (mit einem großen Kummer),, Die Waib mit die Kinder mir antkeg'n gei'n (gehen mir entgegen), Sie geien (gehen) arum mir arumet (betrachten mich mit Teilnahme} Un freg'n (fragen): wos bist-e in Umeth (warum bist du so mutlos)?" Mit Lieb' mit Treist (Trost) main Zaar sie losch'n Die Waib mit a Sseich'l (Vernunft), A Kind mit a Schmeichl (Lächeln), Asei mus sich main Ajngst (Angst) in ganz'n vargess'n."

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