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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1913-01-01 · 1 (1913) · p. Seite 8

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
16 (1913)
Issue
1 (1913)
Date
1913-01-01
Page
Seite 8 (sequence 15)
Language
German
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— 8 — mit Vorbehalt dessen, wie es sonst, so lange Juden in Wandsbek gewohnt haben, in Observanz gewesen ist, von jetzt nichts dagegen sagen und es mag diese Verabredung, so lange der Pächterin Contract dauert, oder so fern nicht nachher eintretende Umstände eine Abänderung nothwendig machen, bestehen und beobachtet werden, wie denn auch zu Folge derselben der Juden Vorsteher Levy Moses bereits angewiesen worden ist, und wonach der Supplicant sich ebenfalls zu richten haben wird. Ich ersterbe in All ertiefster Untertänigkeit Eurer Majestät Knecht. Kopenhagen, den 12teil Dezember 1780. Rothschild-Legenden. Von Dr. S. Weissenberg in Elisabethgrad. Der nach der Volksmeinung unermeßliche Reichtum der Familie Rothschild, verbunden mit der zentralen Lage im wirtschaftlichen Leben Europas, die sie einnimmt, haben einen gewissen Nimbus um sie geschaffen und zur Erzeugung von verschiedenen, teils selbständigen, teils aber nur für die Rothschilds umgeprägten Legenden geführt. Daß bei einem solchen Reichtum Rothschild allmächtig sein muß, ist für jeden Juden selbstverständlich. Als Ausfluß dieser Meinung erntet die Familie oft Lob oder Tadel ohne jegliches eigenes Zutun. Bei jeder neuen Katastrophe, die die Juden heimsucht, wird über Rothschild fürchterlich geschimpft, der entweder mit seinem Gelde zu geizig war oder eine Anleihe unterstützte, die er nicht unterstützen sollte. Und umgekehrt wird bei jedem freudigen Ereignisse das Hauptverdienst ihm zugeschrieben. Und dies nicht nur in Osteuropa, sondern bis tief nach Asien hinein, wie ich mich während meiner letzten Reise dorthin überzeugen konnte. So bekam ich eine Probe davon zu hören bei meinem Besuche des Auls Tarki unweit von Petrowsk, wo arme Beigjuden wohnen und von der Bearbeitung von Fellen sich ernähren. In letzter Zeit wurden ihre Rechte nach bekanntem Muster etwas geschmälert, was sie unentwegt Rothschild in die Schuhe schoben, der ungeachtet der schlechten Behandlung der Juden überall in Rußland diesem Staate doch Geld geliehen haben soll. Andererseits wurde er von denselben für seinen vermeintlichen Ankauf Palästinas und für die Unterstützung zu dessen Besiedelung in den Himmel gehoben. Letztere Legende, die in der überaus uneigennützigen jahrelangen Hilfsbereitschaft des Pariser Barons Edmond de Rothschild den palästinensischen Kolonien gegenüber eine gewisse Basis hat, ist leider die Ursache des Ruins schon

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