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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1911-01-01 · Heft 4 · p. Seite 155

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
14 (1911)
Issue
Heft 4
Date
1911-01-01
Page
Seite 155 (sequence 19)
Language
German
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— 155 — In demselben Verlage ist 1900 erschienen: Hoff maiin 3L, Der GeldliandeL der deutschen Juden während «des Mittelalters bis zum Jahre 1350. IX und 236 S. Eine willkommene Ergänzung zu Caros jüdischer Wirtschaftsgeschichte. Nicht nur der jüdische Geldhandel, auch der Sklavenhandel, wie überhaupt die wirtschaftliche Lage der Juden jener Zeit wird gründlich, dargestellt. Von historischem Interesse sind auch die Erwähnungen bekannter geschichtlicher Ereignisse in den angeführten Rechtsgutachten, wie S. 145 und sonst. Bei den Ausführungen über jüdische Seefahrer hätte auch auf Nordafrika, bei den Rhadaniten auf die bisher gegebenen Erklärungen (Rhodanus usw.) hingewiesen werden können. P. M. Ebenfalls bei Duncker und Dumblot sind dieses Jahr „Geschichtsbilder ans L. v. Rankes Werken", eine Auswahl aus seinen Werken von M. Hoff mann, in 2. Aufl. (M. 6. — ) herausgegeben worden. Diese 58 Aufsätze bieten eine gute Auslese, die von dem klassischen Geist des großen Geschichtsschreibers eine kiare Anschauung bietet. Schon der erste Aufsatz „Ursprung des Christentums" zeichnet vortrefflich die Begegnung zwischen der Weltherrschaftsidee der Römer und dem Universalismus des jüdischen Volkes. In den Einzelheiten würde allerdings nach dem heutigen Stand der Forschung manches zu berichtigen sein. Auch von den übrigen Stücken behandelt manches Figuren und Ereignisse, die für die jüdische Geschichte von hohem Belang sind. Wo hätte sie nicht ihren Schauplatz gefunden? R. Friedrich Rückerts Werke, Aus -von 0. Linke. Halle a. S., Otto Hendel. Rückert ist ein Prüfstein für Geistesreife und geläuteiteu Geschmack. Wie man ihn als Lyriker immer mehr schätzen lernt, so gehören seine didaktischen Verse zu dem Besten, was, nächst Goethe, die deutsche Literatur zu bieten hat. Manches Motiv in den Gedichten und den Makamen des Hann ist der jüdischen Gedankenwelt entnommen oder doch ihr nahe verwandt. Dieser Band Rückert wird vielen ein Liebling werden. R. L. Heinrich Heine, Aussprüche und Verse. Leipzig 1911, Julius Zeitler. Dem Heinekult, der in den letzten Jahren so reiche Blüten treibt, dient -diese Anthologie in zierlichem Format und schöner Ausstattung ganz vortrefflich. M. Ahrens W., Gelehrten-Anekdoten. 2. Teil. Berlin 1911. Herrn. Sack. Wie im ersten Teil sind aueh hier (S. 162 und 192) Aeußerungen an und über jüdische Akademiker wiedergegeben, die ein grelles Schlaglicht über deren Misere wirft. L, LoeTvenherg J., Aus jüdischer Seele. 3. Aufl. Hamburg 1911. M. Glogau jun. Wenn jede vermehrte Auflage für das treffliche Buch derart, wie die bisherigen, eine Bereicherung bedeutet, dann können wir die folgenden nicht warm genug herbeiwünschen. R. Seyffert, Dr. Carl, Das Messer. Eine kulturhistorisch-ethnographische :Skizze. Mit 7 Abb. im Text und 9 Tafeln. Sonderabdruck aus d. Aren. f. Anthr. ,n. F. B. X S. 91—150. Eine sehr gründliche Studie, in der auch die jüdischen Schacht- und Beschneidemesser behandelt werden. Daß die Juden zum Beschneiden überhaupt keine Metallklingen benutzen durften (S. 115), ist ebenso unrichtig, wie die Behauptung, daß das Beschneidemesser strengen religionsgesetslichen Bestimmungen Unterliege ns. I39j. S. W.* Pasmanik, Hr. Daniel, Die Seele Israels. Zur Psychologie des Diaspora- Judentums. Jüdischer Verlag, Köln und Leipzig, 1911. 8°. XVI und 111 S. Eine Agitationsschrift gegen Assimilation und für den Zionismus. Der Standpunkt des Verfassers erhellt aus folgenden Worten: „Wir haben uns von den "Werten losgesägt, um Würde zu bekommen, als ob es überhaupt möglich wäre, 11*

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