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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1911-01-01 · Heft 4 · p. Seite 156

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
14 (1911)
Issue
Heft 4
Date
1911-01-01
Page
Seite 156 (sequence 20)
Language
German
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— 156 — Würde ohne selbstgesehaffene "Werte zu erobern .... Dafür haben wir eins: die Verachtung. Furchtbares, aber verdientes Los." Der warme Ton des Buches, sowie die überall durchblickende heiße Liebe zum Judentum werden die Lektüre auch dem jüdischen Gegner angenehm gestalten. Die eigentümliche Interpretation manches geschichtlichen Ereignisses (Chassidismus, Spinoza, Reformjudentum) zeugt von tiefer Kenntnis der jüdischen Volksseele. Hoffentlich wird das Büchlein manchem Schwankenden als Wegweiser dienen. S. W. Golomb G., Millim bilschoni. Hebräisch-jüdisches "Wörterbuch. Wilca, 1910. Verlag A. Jaworkowski. 8°. 400 und 48 S. Der Verfasser hat sich die Aufgabe gestellt, die hebräischen, vielfach verderbten Ausdrücke ins Jüdisch-deutsche zu verdolmetschen. Das Buch besteht aus dem eigentlichen Wörterverzeichnis in alphabetischer Ordnung und aus einem ebenfalls alphabetisch gestalteten Anhange, der die häufig im Gespräch gebrauchten talmudischen Sprichwörter und Redensarten in meist gelungener gereimter Uebersetzung wiedergibt. Die Bedeutung des Buches liegt selbstverständlich in seinem ersten Teil, dessen Stärke — 4Ü0 Seiten! — indirekt dafür spricht, wie stark das hebräische Element im Jüdischen ist. Leider ist die Sprache des Verfassers etwas zu schwerfällig, auch versteigt er sich nicht selten zu sehr gewagten Erklärungen. So ist z. B. galgal chammah di sonneskreise zirkulär und dophek ruft sich der puls, weil er klapt vun dem stromigen bluts zirkulär. Auffallend ist, daß unter der Menge der angeführten Abbreviaturen gerade die gangbarsten nicht selten fehlen, wie z. B. p"T, s"p, n"2s:n. Diese unbedeutenden Mängel werden sich aber in einer zweiten Auflage, die dem Buche zu gönnen ist, leicht verbessern lassen. Besonders hervorzuheben ist, daß Druck und Papier sehr gut sind. S. W. PortrUtgalerio aus Lamprechts Deutscher Geschichte. Mit einer Einleitupg von Dr. H. F. Helmolt. Leipzig, Phil. Reclam. Ein glücklicher Gedanke. Lamprecht gerade auf dem Gebiete des Porträtisten zu zeigen, auf dem ihm von manchem Fähigkeit bestritten wurde. Beziehungen zum Judentum kommen hauptsächlich bei Luther in Frage. R. Naumann Friedr., Freiheitskämpfe. „Fortschritt", Buchverlag der „Hilfe", Berlin-Schöneberg 1911. M. 3.—, geb. 4.— . Jede Schrift Naumanns, und diese ganz besonders, verdient jenen Lebensbüchern zugezählt zu werden, die durch die Pracht gesunder Gedanken, den unverwüstlichen Optimismus, die aus allen Poren blitzende Reinheit der Gesinnung und nicht zuletzt durch den hinreißenden Vortrag zur Gesundung unseres öffentlichen wie privaten Lebens beizutragen, wie wenige, berufen sind. R. L. Salzer? Marceil, Das lustige Salzer-Buch. Anton J. Benjamin, Hamburg XL M.;J —, geb. 4.—. In dem Buche lebt urwüchsiger Humor, kein gequälter Ton. Das Zurückgreifen auf die Klassiker war nicht nur ein Akt der Pietät, sondern ein fruchtbarer Einfall. Unter den Autoren begegnen uns neben vielen anderen Bekannten Ettiinger, Fulda, Heine, Rideamus usw. R. Bildliche Darstellungen der Heiligen Schrift nach Prof. E. Leineweber. Herrn. Ziegier, Groß-Lichterfelde 1911. Bd. 1. M. 8.—. Die sechs Darstellungen alttestamentlicher Szenen, die diese Mappe enthält, sind mit das Beste, was wir in dieser Art gesehen haben. Sie eignen sich insbesondere für Schulzwecke ganz vorzüglich. R. Lenz, Max, Geschichte Bismarcks. 3. Aufl. Leipzig 1911. Duncker u. Humblot. M. 8.— . geb. 9.60. k Das bekannte Buch, diesmal erheblich ergänzt, übt den Zauber eines Kunstwerkes aus. Auf nicht ganz 500 Seiten wird ein Leben und Wirken dargestellt, dessen Fülle, wie man glauben möchte, eine Bibliothek nicht erschöpfen könnte. Es ist von der ersten bis zur letzten Zeile eine klassische Leistung. M. Druck von Max Schmeraow, Kirchhain N.-L.

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