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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1911-01-01 · Heft 4 · p. Seite 154

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
14 (1911)
Issue
Heft 4
Date
1911-01-01
Page
Seite 154 (sequence 18)
Language
German
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— 154 — seines Oheims dauernd gefestigt. Das gesamte Areal des Rittergutes Nääs, das 1200 Hektar umfaßt, samt allen Gebäuden, u. &. dem mächtigen Schloß, das im 15. Jahrhundert als königliches Jagdschloß erbaut worden war, wurde nebst einem Kapital von 380000 schwed. Kronen (über 463000 österr. Kronen) dem schwedischen Staat testamentarisch mit der Verpflichtung vermacht, das Seminar für alle Zukunft zu erhalten. Ueber die Bedeutung des pädagogischen Slöjd äußert sich Salomon, sein Begründer, selbst: „Der Slöjd will die Freude an der Arbeit und die Liebe zu ihr im allgemeinen fördern, die Achtung für die grobe ehrliche Arbeit erhöhen und die Selbsttätigkeit entwickeln. Der pädagogische Slöjd sucht der einseitigen geistigen Ausbildung in den Schulen gegenüber die planmäßig geordnete körperliche Tätigkeit als einen wichtigen Teil der rationellen Erziehung zu berücksichtigen*, er verlangt seinen Platz innerhalb der Schule als ein zur Allgemeinbildung unentbehrlicher Faktor. Sein Ziel besteht nicht darin, Tischler oder andere Handwerker auszubilden, aber er stellt sich die Aufgabe, der moralischen, intellektuellen und physischen Entwickelung der Schüler zu dienen, und zwar dadurch, daß diese zur Ordnung, Aufmerksamkeit und Hingebung erzogen werden, daß das Auge zum schärferen Sehen und die Hand zu größerer Leistungsfähigkeit gebracht wird, nicht zum wenigsten jedoch dadurch, daß gleichzeitig in körperlichen Bewegungen und Uebungen dem einseitigen Bücherstudium ein gesundes Gegengewicht geboten wird. Bücherschau. Sombart W.? Die Juden und das Wirtschaftsleben, Leipzig 1911, Duncker und Hümblot. XXVI und 476 S. Diesem Buche sind zwei Vorzüge nicht abzusprechen: eine übersichtliche Zusammenstellung der bisher bekannt gewordenen historischen Daten über die Bedeutung der Juden für das "Wirtschaftsleben und der Versuch, hinter diesen Belegen einen psychologischen Zusammenhang aufzuspüren. Der erste wird dadurch beeinträchtigt, daß, wie besonders im Hinblick auf Amerika, den Juden gutgeschrieben wird, was mit wissenschaftlicher Prägnanz sich bisher nicht auf ihr Konto setzen läßt. Und wenn hier die Phantasie das Tempo der ruhigen, sachlichen Erwägung weit überholt, so hat der Wunsch, als-Vater des Gedankens, im zweiten Teil des Werkes von den Ursachen der wirtschaftlichen Betätigung der Juden ein unbedingt falsches Bild gezeichnet. Der Merkantilismus liegt nicht im Wesen des Judentums begründet, er ist den Juden im Laufe ihrer Geschichte von ihren Wirtsvölkern angezüchtet worden. Eine schärfere Scheidung nach Kulturperioden und -Zentren hätte die Gegensätze zwischen Gemütstiefe und nüchternem Intellektualismus innerhalb der Entwickelung des Judentums deutlich zutage treten lassen. Trotz dieser Verrückung des Hauptgesichtspunktes bietet das Buch im einzelnen eine Fülle der Belehrung. Der nicht immer objektive Ton mit seinen Konzessionen an den vulgären Antisemitismus stört leider hier und da den ruhigen Genuß. X.

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