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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1911-01-01 · Heft 4 · p. Seite 143

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
14 (1911)
Issue
Heft 4
Date
1911-01-01
Page
Seite 143 (sequence 7)
Language
German
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- 143 - selben gemäß, dem göttlichen Geiste anhangen und ihm in Freudenicht in Zerknirschung dienen soll .... In der Länge der Woche haben sich verdüsternde Ueberreste angesammelt, von denen man sich nur reinigen und läutern kann, wenn man einen ganzen Tag zum Gottesdienste bei Ruhe für den Körper bestimmt. Dann ersetzt sich der Körper, was ihm in den sechs Tagen abgegangen, und ist auf die Zukunft vorbereitet." In demselben Abschnitte (III 9) läßt sich J. EL also vernehmen: „So ist dem Sabbat und dem Fasten zum großen Teil die Erhaltung eurer äußeren Gestaltung zuzuschreiben. Wären sie nicht, so hättet ihr euch eure ganze Zeit hindurch nicht einen Tag vergnügt, während ihr jetzt ein Sechstel eures Lebens körperlicher und geistiger Ruhe widmet. Das vermögen selbst Könige nicht, weil ihre Gemüter an ihrem Ruhetage nicht zur Ruhe kommen, sondern wenn an diesem Tage Mühe und Bewegung notwendig erscheint, mühen sie und bewegen sie sich, und ihre Seele befindet sich nicht in vollkommener Ruhe". 4. Die Schlacht- und Speisegesetze. Abschn. III 49: „Die Verletzungen der Tiere, in deren Kenntnis sie (die Juden) es viel weiter gebracht hatten als Aristoteles, mußte man kennen, um zu wissen, welche Verletzung dem Leben gefährlich sei, um sich des Essens eines todkranken Tieres -zu enthalten. Schon über das Wenige, was uns von diesen Kenntnissen übriggeblieben ist, erstaunen wir". Abschn. IV 31: „Was eben in die talmudischen Bücher von jenen Wissenschaften aufgenommen ist, das wurde gewahrt und erhalten, weil die Zahl derer, die die Bücher kannten und hüteten, groß war. Zu diesen gehört, was in den Gesetzen über Schechita und Terefa gesagt ist, wissenschaftliche Ansichten, von denen zum größten Teile Galen nichts gewußt hat; warum hätte er sonst das, worauf das Gesetz hinweist, bei den Krankheiten nicht erwähnt, da es sich auch mit den Augen wahrnehmen läßt, z. B. Krankheiten der Lunge und des Herzens, Angewachsen an das Herz oder die Seite, Verwachsen der Lungenflügel, zu wenig oder zu viel derselben, Vertrocknung oder Zerflossenheit der Lunge. Von der Kenntnis der tödlichen und nicht tödlichen Krankheiten zeugen Sätze wie: Wenn die Haut des Rückenmarks gut erhalten ist, so kommt es auf Beschaffenheit des Markes selbst nicht an; —wessen Gehirn sich erweicht, der verliert die Zeugungskraft-, — eine Haut, die sich infolge einer Verletzung gebildet, wird bei der Lunge nicht als Haut betrachtet. — Merkwürdig sind die Bestimmungen und Experimente der Weisen. Eine Lunge, die durch eine Naturerscheinung vertrocknet ist, bleibt erlaubt, ist es durch Menschenhand geschehen, so ist sie unerlaubt wegen des Zusammenschrumpfens der Lunge; geprüft wird dies durch vierundzwanzigstündiges Weichen in lauem Wasser, nimmt sie dabei die ursprüngliche Gestalt wieder an, so ist sie erlaubt, sonst nicht. — Ferner: Eine Lunge wie Augensalbe ist erlaubt,

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