Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 14 (1911)
- Issue
- Heft 3
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 135 (sequence 39)
- Language
- German
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- 135 — liehen, an Wunder reichen Lebens in solchem Ansehen, daß selbst ein König es nicht verschmähte, ihm seine Tochter als Dienerin ins Haus zu geben1). 162 ^"luy iO m^m. Sarai sprach zu Abram: Gott hat mir Kinder versagt, eheliche meine Magd, daß ich dir durch sie Nachkommen verschaffe, vielleicht erbarmt sich Gott meiner um dieser guten Tat willen2). b^pb ycti^l. Und Abram, der sich zuerst bedacht, der Hagar diese Gleichstellung mit Sarai zu gewähren, erhörte endlich ihren Wunsch. 163 D"Dtf nprY). Und es nahm Sarai das Weib Abrams die Hagar, sie ihrem Manne zum Weib zu geben. Hagar hatte sich zuerst bescheiden geweigert, ihrer Gebieterin in dieser Beziehung gleichzustehen, daher der Ausdruck „nehmen", d. h. energisch veranlassen: jedoch blieb Sarai, obwohl sie die ehelichen Rechte zeitweilig an Hagar abgetreten, dennoch das geschätztere Weib Abrams, daher CTDN nt£\N, das Weib Abrams3). 164 rVOTD nnTDa bptf\ nmn "C- SOHL Als Hagar merkte, daß sie schwanger war, begann sie ihre Gebieterin gering zu schätzen. Sie müsse, meinte Hagar, den Fluch der Kinderlosigkeit sich durch irgendeinen Fehl zugezogen haben4). Und Sarai, gekränkt, machte ihrem Gatten Vorwürfe, daß er damals, als er vor Gott gesprochen, 'H'Hy "pTi „ich gehe kinderlos dahin", ihrer nicht in seinem Gebete, gedacht habe5). Ttf'QI IjQ Ti EE>ttf\ „Gott richte zwischen mir und dir". Sarai klagte gegen den Ratschluß der Versehung und wurde dafür bestraft, indem sie 48 Jahre weniger lebte, als ihr Gatte6). 1Ö6 "|T:3 "inriDfc' rnn. „Siehe, deine Magd ist in deiner Hand". Abram gab sie nun der Willkür Sarais preis, die sie peinigte, sie schwere Dienste verrichten ließ und sie von ihrem Gatten absonderte7). — So lebten auch später, gleichsam als Folge der wenig edlen Handlung Sarais und auch Abrams, der die Hagar nicht geschützt, die Nachkommen Ismaels und Jizchaks in Fehde und Krieg miteinander. PPjDO m2m. Und Hagar floh vor ihr in die Wüste. Da traf sie ein Engel, der sie fragte: 16s nao PhD \x nt£> nnöIP "UP. „Hagar, Magd Sarais, woher kommst du?" Der Engel bekräftigte hier die Untertänigkeit Hagars unter der Gewalt Sarais, und zwar, weil er sie nur um Sarai willen der Anrede würdigte, weil er ihr bedeuten wollte, daß auch ferner ihre Dienstbarkeit der Sarai gegenüber nicht aufhören werde, und um ihr zu verkünden, daß einst am Ende der Tage ihr Nachkommen denen der Sarai sich werden beugen müssen. - (Fortsetzung folgt.) 1) Rasi 16,1. 2) Rasi 16,2. 3j Rasi 16,3. 4) Rasi 16,4. 5) Rasi 16,5 6J ßech. z. St. 7) Nach Genesis Rabba K. 45.