Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 14 (1911)
- Issue
- Heft 3
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 136 (sequence 40)
- Language
- German
- Belongs to
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— 136 — Nachtrag zu den jüdischen Namen: Griech. Namen in der Türkei: Caridi, Callo, Hurei, Polychron, Pula,. Zaffira, Gallico, Galimidi, Policar, Polliti, Stamati u. a.; früher: Ireni, Panuria, Kiera, Postira, Pillossia. Patko, Astro, Afondupulo, Astropulo, Arhudopulo (Francor Essai sur l'hist. des Israelites de PEmpire ottom. p. 23). Bücherschau. Kntschera, Hugo Freiherr v., Die Chasaren. Historisehe Studie. Ein Nachlaß. Wien, Adolf Holzhausen, 1910. 271 S. 8°. Nach einigen Angaben im Buche läßt sich vermuten, daß es mindestens vor einem Vierteljahrhundert abgeschlossen wurde. Es haben die Hinterbliebenen dem Andenken des verewigten Verfassers durch die unveränderte Herausgabe de& in vielen Beziehungen veralteten Nachlasses einen zweifelhaften Dienst erwiesen,, iimsomehr als der Autor, als Nicht-Spezialist, auch ohnehin Quellen benützte, die schon längst außer Kurs sind, wie z. B. Jost für die jüdische und Karamsin für die russische Geschichte. Dennoch gewinnt die Grundidee des Buches, nach der die osteuropäischen Juden als eine autochthone von den Chasaren abstammende Bevölkerung zu betrachten sind, immer mehr an Wahrscheinlichkeit, besonders nach den anthropologischen Untersuchungen des Referenten, nach denen die Kaukasusländer als der wahrscheinliche Ort der Umbildung des jüdischen Typus zu gelten haben. Von diesem Standpunkte aus ist das Büch auch in seiner jetzigen Gestalt lesenswert. Dr. S. Weißenberg. Netter, N., Geschichte des israel. Hospizes in Metz. Eine dankenswerte Skizze, die uns mit den Schicksalen des ältesten israelitischen Krankenhauses in Lothringen bekannt macht. R. Telhaaren und Klasinjars Volksbücher. Preis des Buches üO Pfg. Heft 1—12. In diesen zum Teil bunt illustrierten Heften zeigt sich der deutsche Buchhandel wieder auf der Höhe der Leistungsfähigkeit. Für uns waren insbesondere die Beziehungen Körners zur Familie Arnstein - Pereira und das Bild seiner Wiener Gönnerin bemerkenswert. v L. M. Kemmerich, Max, Prophezeiungen, München 1911, Albert Langen. Diesem höchst beachtenswerte Buch, daß mit kritischem Ernst die heikle Frage der Prophetin behandelt, betont mit Recht fS. 24ff.) nicht nur die erstaunliche Tatsache, daß die Erhaltung des Juden, die sich durch das ganze alte Testament ziehende Voraussage seiner Prophetin bestätigt, sondern auch den-bemerkenswerten Umstand, daß sich dieses Volk seit seiner Loslösung vom heimatlichen Boden verzwanzigfacht hat. L. Bartsch, Rudolf Hans, Elisabeth Kött, Berlin 1911. Ullstein & Co. Mk. 1.—. Ein entzückendes Buch. Leider wird hier das Judentum durch Karikaturen, wie die Familie Syrup mit ihrem Widerwillen gegen die „Goya", vertreten. Auch vom „Wohltätigkeitsjuden" ist die Rede. Muß denn der Jude, wenn man ihn nicht höher einzuschätzen vermag, durchaus hereingezerrt werden? L. Verzaye nicht! (Nach Smiles). Mit Vorwort von Paul Lehmann. 5.-8. Tausend. Halle a. S. Otto Hendel. M. 1.60, geb. 2.50. Auch ohne die zahlreichen ausdrücklichen Zitate aus dem Alten Testament erweist sieb Smiles auf jeder Seite unverkennbar als dessen gelehriger Jünger. Ein tüchtiges Buch, wie alles, was seine Feder uns geschenkt. R. Kemmerich, M., Dinge, die man nicht sagt. München 1911. Albert Langen. Neben vielen Wahrheiten, die hier mit erquickender Offenheit ausgesprochen werden, ist doch manches einseitig gesehen. Der Wohltätigkeitssinn der Juden wird gerecht gewürdigt, was aber über das alte Testament gesagt wird, ist entschieden weit über das Ziel geschossen. M. Druck von Max Schmersow, Kirchhaia N.-L.