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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1911-01-01 · Heft 3 · p. Seite 133

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
14 (1911)
Issue
Heft 3
Date
1911-01-01
Page
Seite 133 (sequence 37)
Language
German
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— 133 - wenn ich den vernichten ließe, dem sie einst angehören sollen! „Also", sprach Nimrod, „ist dir doch ein Sohn geboren." „Wohl", erwiderte Terach, „doch er ist wieder gestorben". Und Terach verbarg den jungen Abram in einer Höhle drei Jahre, wo ihm Gott ^uf wunderbare Weise Nahrung zukommen ließ. Abram fing eines Tages, als er aus der Höhle hervortrat, an, darüber nachzudenken, wer das All erschaffen. Die gewaltige Sonne, dachte er, muß es sein, die die Welt erleuchtet und erhält. Doch es ward Abend, die Sonne versank hinter den Bergen und der Mond stieg «empor, die Nacht erleuchtend. So ist es dieser, sagte Abram, der der Sonne Macht gebrochen. Doch die Nacht endete und die Sonne trat wieder ihre strahlende Herrschaft an. Nicht diese sind es, urteilte Abram, die in ihrer Macht wechseln, es muß einen Meister geben, der über ihnen ist. So erkannte er den Allewigen und ließ sich, wie schon früher erzählt, in seiner Ueberzeugungstreue von Nimrod in Feuerofen werfen, aus dem ihn der Allgütige errettete lös PDITTK "C SHX ncS. Woran mag ich erkennen, daß ich ■es besitzen werde4? Welches Verdienst wird die Verheißung zur Erfüllung bringen? „Das Verdienst des Opferkultus" bedeutete ihm Gott, indem er ihm befahl, die fünf Arten jener Tiere darzubringen, die später auch bei den Tempelopfern verwendet wurden. Der Vorgang dieser Opferung sollte ein Vorbild für die zukünftigen Schicksale Israels sein. Er zerstückte die Tiere außer den Tauben, ein Zeichen, daß die Nationen, die später die Reiche der Erde beherrschten, dem Untergang nicht entgehen konnten, während das mit der Taube verglichene Israel fortbestehen wird durch die Jahrtausende2). 15 u onasn hv WVn TT1. Und der Kaubvogel kam herab auf die Stücke. Es sind jene Völker, die den Tempel zerstörten und die Opferung zeitweilig aufhoben3). 1512 tPCt^n TPL Und die Sonne der Selbständigkeit Israels ging unter, und als Abram die Jahrhunderte des Exils und der Leiden Israels mit prophetischem Geiste schaute, ruPit Pbü)2 riTn: rütSTi PiCN befiel ihn eine mächtige Angst und Bestürzung4). 1513 Da sprach Grott jnn yTP Du sollst wissen, daß deine Nachkommen 400 Jahre Fremdlinge sein werden im fremden Lande, in Mizraim. Diese 400 Jahre beginnen mit der Geburt Jizchaks, dem Zeitpunkt, seit welchem der Stamm Israel ein Nomadenleben geführt — ohne Heimat, ohne Selbständigkeit. — 2) Bech. z. St. nach Midras zu den Abrahamlegeoden vgl. Jelliuek. Bethamidras I s. 25ff., II s. 118—119, V p. 40—41 und Ch. M. Horovitz nnJK nuiN I p. 43. Die Legenden enthalten viele folkloristiscbe Motive, die sich auch in den Moseslegenden wiederfinden. Zur Literatur vgl. Horovitz, Ebd. p. 40. *) Becu. z. St. 3) Bech. z. St. 4) Rasi Gen. 15,12.

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