Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 14 (1911)
- Issue
- Heft 2
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 83 (sequence 35)
- Language
- German
- Belongs to
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— 83 — •einer guten deutschen Uebersetzung (als z. B. die des Herrn David Friedländer ist), gelehrt. 3. Schreiben, deutsch und jüdisch, wobei sowohl auf Sehönals auf Rechtschreiben gesehen wird. 4. Rechnen, sowohl alle gemeinnützigen Rechnungsarten, als auch die für den Kaufmann besonders nötige Buchhalterei. 5. Naturgeschichte, worunter man die Kenntnis der Werke Gottes versteht. 6. Geographie und Geschichte. 7. Sprachen, nämlich: Hebräisch, Deutsch, Latein und Französisch. 8. Styl und Vortrag, zur nützlichen Anwendung sowohl im gemeinen Leben, als auch in Geschäften usw. 9. Logik, nach dem auf verschiedenen jüdischen Schulen mit gutem Erfolg gebrauchten Werke: pari nbü von Rabby Moses Maymonides mit der Mendelssohnschen Erklärung. 10. Kenntnis der besten deutschen und hebräischen Schriftsteller. (Von den letzteren unter anderen z. B. das so beliebte Werk: nHEH "ICD (Sittenlehre), von Herrn Hartwig Wesseli). Verteilung dieser Gegenstände für die einzelnen Klassen. IV. In Quarta wird der Anfang alles Unterrichtes gemacht Diese Klasse ist für die kleinsten Kinder, etwa von dem 4. oder 5. Jahr an, bestimmt, und besteht der Unterricht erstlich in einer bloßen Unterredung des Lehrers mit den Kleinen über leichte, ihnen verständliche Gegenstände, welche Stoff zur Erweckung der Aufmerksamkeit und des Nachdenkens geben. Ferner, in Uebungen im Buchstabieren, Sillabieren und Lesen, hebräisch und deutsch, nebst Uebungen im Zählen als Vorbereitung zum Rechnen. Zur Uebung des Gedächtnisses werden den Kindern einige hebräische Vokabeln, ein Spruch aus der Bibel oder ein kleines Gebet zum Auswendiglernen vorgesagt. Die Schulbücher für diese Klasse sind: Die Bilderfiebel von Herrn Inspektor Funke. btiTW1 nfen (Gebete der Juden) usw. III. In Tertia werden die vorgedachten Uebungen fortgesetzt und erweitert; so z. B. müssen die Kinder kleine Sprüche aus einem guten hebräischen Buche auswendig lernen. Man lehrt sie auch Geschriebenes lesen, macht mit ihnen den Anfang im Schreiben, womit zugleich Uebungen in der Orthographie verbunden werden, und stellt kleine Rechnungen an der Tafel an. Die Schulbücher für diese Klasse sind: Sulzers Vorübungen 1. Teil, die Bibel, und (der Kinderfreund) von Herrn Wolfssohn (Inspektor der Kgl. Wilhelmsschule in Breslau). 6*