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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1911-01-01 · Heft 2 · p. Seite 81

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
14 (1911)
Issue
Heft 2
Date
1911-01-01
Page
Seite 81 (sequence 33)
Language
German
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— 81 — Die Wiener Exulanten in Hotzenplotz. Von Dr. Ularmorstein, Skotschau. (Vgl. Heft 37.) David Kaufmann und Frankl-Grün haben die Geschichte der Wiener Exulanten von 1670 in Mähren, Böhmen, Ungarn, Bayern» Brandenburg, Polen und sogar in Frankreich behandelt1). Als Ergänzung zu diesen Arbeiten wollen wir die Wiener, die ihre müden Schritte in das entlegene Ghetto der Juden in dem Städtchen Hotzenplotz lenkten, aufzählen2). Einer der bedeutendsten und gelehrtesten der Vertriebenen war der Rabbiner Natan Feitel Münk. Münk war Rabbiner in Austerlitz in Mähren und nachmals in Hotzenplotz. Sein Vater, Abraham Münk, besaß das auf 1161 Fl. 20 Kr. geschätzte Haus in der kl. Pfarrgasse Nr. 723). Münk wird von Kaufmann und Lewin4) als Verfasser eines handschriftlichen Werkes jru pn genannt,, wahrscheinlich irrtümlich, denn der Vater des Verfassers dieses Werkes hieß nicht Abraham, sondern Samuel Feibisch. Seine- Grabinschrift rühmt zwar seine Gelehrsamkeit, erwähnt jedoch nicht obiges Werk. Münk ist am 9. Elul 484 gestorben. Seine Kinder wohnten auch in Hotzenplotz, sie waren Jahre lang die Vorsteher und Führer der Gemeinde. Zwei Söhne liegen ebenfalls auf dem Hotzenplotzer Friedhof. Der erste, der den Namen seines Großvaters trug, Abraham, ist in hohem Alter am 17. Tebet 522 1761 gestorben. Der zweite war: R. Uri Lipman, der ebenfalls satt an Jahren am 23. Sivan 541 1781 zu seinen Vätern versammelt wurde. Die Söhne und Enkel des Abraham Münk hatten bis Anfang des XIX. Hdts. die Führung der Gemeinde in Händen. Die zweite Familie, die mit der Munkschen dieses Amt teilte,, war die Familie Marburg. Hierher kam Meschullam Zalman ben Isak Marburg, der am Schuschan Purim 424 — 1664 gestorben ist. Seine Grabinschrift nennt ihn „Haupt und Führer". Die dritte Wiener Familie war die Familie Wellisch oder Welsch. Im Hotzenplotzer Ghetto gab es zwei Familien Wellsch, die eine legte sich den Beinamen Meschullamim, die andere Luria bei. Uns interessiert hier der am Dienstag, den 11. Schebat 452 verstorbene Michael, Sohn des Jakob Welsch, aus der Familie Meschullamim. Als Wienerin erwähnen wir noch die Frau Golde, Tochter des R. Linz aus Wien, die am 4. Tebet 418 1658 gestorben ist. x) D. Kaufmann: die letzte Vertreibung der Juden aus Wien und K.-Oe. Wien. 1889 p. 102; Derselbe in Berliner-Hoffmatms Magazin 1890 p. 302—6: die- Wiener in Trebitscb; Frankl-Grün: Geschichte der Juden in Kremsier. 1896 p. 108 ff. 2) Ich verdanke meine Daten meinem lieben Onkel Herrn Rabbiner Rudolfer in Hotzenplotz, der die 852 Inschriften des dortigen Friedhofes entziffert und abgeschrieben hat, die demnächst erscheinen sollen. 3) Kaufmann, 1. c. p. 184. 4) Kaufmann, 1. c. p. 173.3 und Lewin, Gesch. der Juden in Lissa, p. 271. Mitteilungen z. jüd. Volkskunde 1911, 2. 6

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