Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 14 (1911)
- Issue
- Heft 2
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 67 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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— 67 - Wenn nach dem übereinstimmenden Urteil der diensttuenden Pfleger und der ständigen Vorsteher ein Kind diesen Befähigungsgrad -erreicht hat, kann es in die Talmud Tora aufgenommen werden. 11. Der Unterlehrer der Talmud Tora lehrt die Schüler die Schrift übersetzen und mit der Kantillation Tora und Haftara lesen, ferner die täglichen Gebete und Segenssprüche, vor den. Festen die betreffenden Festgebete und Pijjutim, den Wochenabschnitt mit ßaschi, Schulehan aruch und En Jisrael, das Hebräisch- und Lateinschreiben und die Ziffern, und zur entsprechenden Zeit die fünf Köllen und die Sprüche der Väter, sodann die Psalmen. Sprüche Salomos und Ijob. Den Stundenplan hat der Lehrer zu entwerfen. Am Donnerstag wird das Wochenpensum wiederholt und am Freitag der Wochenabschnitt mit Targum und die Haftara gelernt. Alsdann liest man leicht verständliche Erbauungsbücher, wie das „S. tappuche zahab" und ähnl. Am Sabbat repetiert mau das Pensum der Woche vor den Vorstehern (s. oben § 3). Tag für Tag, es sei Winter •oder Sommer, führt um 22 Uhr D])Z*2) der Unterlehrer im Verein mit deui Vereinsdieoer seine kleinen Schüler in das Gotteshaus der ehreuwerten H. H. Sanguinetti oder eine andere Betstätte, um ihnen das Lesen der Psalmen beizubringen bis zum Beginn der Vesperandacht. 12. Der Oberlehrer übernimmt die Schüler, welche nach dem Urteil der diensttuenden und der ständigen Vorsteher die untere Klasse absolviert haben, die Heilige Schrift lesen und übersetzen, auch die Mischnah mit Raschis Kommentar verstehen können. Sie lernen bei ihm die Mischnah mit Bertinoros Kommentar, und in den Stunden, die für das Mischnahstudium bestimmt sind, kann er unter der Hand diejenigen der Schüler der zweiten Stufe, die für das Studium der Mischnah und ihrer Kommentare noch nicht ganz reif sind, mit den anderen vereinigen, damit sie allmählich in den •Gegenstand eingeführt werden. Auch diese bestimmen die Vorsteher. In dieser Klasse werden „Rifu, „Bet Josef", Talmud, Dezisoren und andere Ritual werke studiert, auch von Zeit zu Zeit Midrasch gelesen, vor allem aber das Lesen der Heiligen Schrift •eingeübt. Auch Grammatik und Hebräisch- sowie Italienischschreiben wird hier gepflegt. Den Stundenplan für alle diese Fächer setzt der Lehrer fest. Die Vorschriften für Pesach werden vor Pesach und so vor jedem Fest die einschlägigen Bestimmungen repetiert. Wie in der früheren Klasse wiederholt man am Donnerstag das Wochenpensum, jeden Freitag und jeden Samstag wird der Wochenabschnitt durchgenommen und findet die Prüfung vor den Vorstehern statt (ganz wie § 12 .gegen Ende). 13. Je nach Bedarf werden aus der Mitte derjenigen größeren Knaben, welche den monatlichen Dukaten erhalten (s. § 17), zwei bis drei Hilfslehrer bestellt. Sie haben jeden Nachmittag an den kurzen Tagen ll/2? an den langen 2 Stundeu lang den Schülern -des Unterlehrers in der zweiten Klasse den Wochenabschnitt aus- 5*