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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1911-01-01 · Heft 2 · p. Seite 65

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
14 (1911)
Issue
Heft 2
Date
1911-01-01
Page
Seite 65 (sequence 17)
Language
German
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— 65 — ihnen findet, außerhalb unseres Kreises, der sich ihrer annehme und, sei es vor, sei es nach dem Unterricht in der Talmud Tora- Schule, je nach ihrer Eeife. im Talmud und den Dezisoren unterweise. So soll die Tora verbreitet und verherrlicht werden und die Schüler durchaus nicht müßiggehen. Wenn ein Schüler nun bei einem unserer hiesigen Gelehrten noch ein besonderes Studium betreiben will, so sei ihm dies gestattet, nur muß darüber Kontrolle geübt werden, damit er das Stipendium nicht unverdient empfange. 6. Aus der Mitte der Vereinsmitglieder werden Pfleger gewählt und diese in Paare eingeteilt, von denen eines nach dem anderen ein jedes einen Monat im Jahr das Amt der Pfleger (D^Dns) zu versehen hat. Das Paar, an welchem gerade die Reihe hält, soll persönlich oder durch einen zuverlässigen Boten mit zwei Büchsen sammeln gehen, die ihnen vom Kassierer übergeben werden. Die eine Büchse lasse man in den Häusern der Judenstraße jeden Sonntag und Freitag kursieren. Man gehe damit auch in die jüdischen Geschäftsläden, ferner zu Beschneidungs- und Hochzeitsmahlen und dgl. Festlichkeiten, wenn diese auch an einem anderen Wochentage stattfinden. Mit der anderen Büchse gehe einer der Pfleger oder sein Vertreter mit dem Diener des Vereins an jedem Sonntag in die Häuser, um in einem Sacke Brot zum Frühstück für die Schüler zu sammeln. Das Brot wird dem erwähnten zweiten Lehrer übergeben, und dieser verteilt es jeden Morgen an die Schüler aller Klassen und Jahrgänge je nach dem Alter. Geht das Brot aus, so wird ihm aus der Sammelbüchse Geld gegeben, um bis zum Wochenschluß Brot zu kaufen. In diese zweite Büchse wirft nämlich jeder, der statt des Brotes lieber Geld geben will, seine Spende. Am Ende jedes Monats werden die beiden Büchsen dem Kassierer eingehändigt, der sie nach Vorschrift entleert. Wird in den Büchsen weniger gefunden, als sie sonst im Durchschnitt monatlich zu enthalten pflegten, so soll der Kassierer dem betreffenden Pfleger anheimgeben, die Büchse einem anderen Boten anzuvertrauen. Niemals darf ein Bote zugleich mit diesen Büchsen noch andere Sammelbüchsen kursieren lassen. In den drei Wintermonaten, Kislev, Tebeth und Schebat, gehen die diensthabenden Pfleger oder ein Vertreter einmal im Monat mit dem Vereinsdiener in die jüdischen Häuser, um in, einem Sack Holz und Reisig zur Beheizung der Schule zu sammeln. 7. Jeden Sabbatnachmittag besuchen die in diesem Monat diensttuenden Deputierten (Pfleger) die Talmud Tora, um sich durch Prüfungen ganz nach Belieben von den Leistungen der Schüler zu überzeugen und diese so auf einem möglichst hohen Stand der Kenntnisse zu erhalten. Finden sie einen Schüler lässig, so können sie ihn ganz nach Belieben zur Rede stellen und ihm einen Verweis erteilen. Aus der Schule ausschließen dürfen sie aber nur mit Genehmigung der ständigen Vorsteher (s. §12). Außerdem können sie jederzeit unangemeldet die Schule visitieren und Prüfungen anstellen. Mitteilungen z. jüd. Volkskunde 1911, 2. O

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