Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 14 (1911)
- Issue
- Heft 2
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 57 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/2638044-2638094-2638096--1094-2640942- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
— 57 — übersiedeln, hoffend, daß durch dieses Verdienst der Fluch der Kinderlosigkeit vielleicht beseitigt werde1). ll3iU2 D"12N mn np^. Und Terach nahm Abram seinen Sohn. Wiewohl Abraham zweifellos der Erhalter der Familie war, ließ er doch ehrerbietig dem Vater den Vorrang, ihn zum Herrn und Gebieter über all das Seinige machend2). H32 pH2 mn nOT. Und Terach starb in Charan. Um den Vater nicht zu kränken, verließ Abraham das Land erst nach dessen Tode, und des Sohnes hohe Verdienste retteten den götzendienerischen Vater von den Strafen des Jenseits5). 121 "jSTliKO T?. Gehe aus deinem Lande. Der Ruhm Abrahams, der kraft seiner Erkenntnis und tiefen Einsicht die schriftliche und mündliche Lehre schon inne hatte und befolgte, sollte nicht unter seinen verderbten Landsleuten verblassen und ersterben. Wie ein Glas mit herrlich duftendem Oele, das erst durch die Entfernung von einem unreinen Orte, wo es aufbewahrt, und der seiner unwürdig war, zur Geltung kommt, so auch ließ Gott den Abraham aus seiner Heimat in die Fremde wandern; dies eine der zehn Prüfungen, womit er seine glaubenstreue Standhaftigkeit erprobte. Die letzte und herbste Versuchung, bestehend in dem Befehl Gottes, daß Abraham seinen geliebten Sohn Jizchak zum Opfer bringe, beginnt mit den gleichen Worten: rpncn fH** 1^ "t^> eine Andeutung, daß das Verlassen der Heimat, das Wandern in die Verbannung oft so schlimm, so furchtbar ist wie der Tod4). Der Midrasch bemerkt, daß die Worte "fi ~p im Zahlenwert gleich 100 seien, eine Andeutung, daß Abraham im hundertsten Lebens- 12 2 /TO "JlStyNl. Ich will dich zu einem großen Volke machen. Die Weisen sagen: Das Reisen pflegt dem Menschen in dreierlei Weise zu schaden. Es hemmt ihn, Kinder zu zeugen, beeinträchtigt seinen Ruf und vermindert sein Vermögen. Daher versicherte Gott dem Abraham, daß er diese Mißlichkeiten keineswegs zu fürchten habe. Denn ^Hü ^t? "ID'yfcO — du wirst reich an Nachkommen sein; "]Ct^ r6"1^N1 Dein Ruhm wird nicht geschmälert, vielmehr groß und leuchtend werden — PVH 72*1250 Ich *) Bech. z St. 2> Bech. z. St. 3) Bech. z. St. 4) Bech. z. St. 4a) Raschi z. St. u. Bech. z. St. werde4*).