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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1911-01-01 · Heft 2 · p. Seite 53

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
14 (1911)
Issue
Heft 2
Date
1911-01-01
Page
Seite 53 (sequence 5)
Language
German
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— 53 - nicht zur Buße wandten, strömteu heiße Wasser hernieder, alles Lebende vernichtend. — Nach der Reihenfolge ihrer Erschaffung, so meinen einige der Weisen, gingen auch die Geschöpfe zugrunde, nach anderer Meinung ward nach dem Ausdruck1). 7 23 HDrD "iy Von Mensch bis Vieh — der Mensch vor dem Tiere vernichtet2). 81 ncrpn n«i rpnn bz n*o n: nx a*rk -cr»v Und Gott gedachte des Noach und all des Wildes und all des Viehes. Die Vögel werden hier nicht erwähnt, da sie nicht wie die gedachten Tiere mit dem Menschen an einem Tage erschaffen wurden3). 87 imyn Und er sendete den Raben aus. Doch dieser, erzählte der Midrasch, wollte Noachs Geheiß nicht befolgen, da auf ihm die Erhaltung seines Geschlechtes beruhte. Noach, darüber •erzürnt, wollte seinen Befehl widerrufen). Doch Gott bedeutete ihm, daß einst ein Rabe den Propheten Eiiah mit Speise und Trank versorgen, wenn er in der Wüste verschmachtend nach Erquickung lechzen werde4). 8 8 riDV>n nx Und er sandte die Taube aus. Diese kam zurück, ein Blatt eines Olivenbaumes im Schnabel haltend, und Noach wußte, daß das Wasser gefallen war. Es wird gefragt: woher konnte die Taube das Blatt genommen haben, da ja zweifellos auch sämtliche Bäume von Grund aus zerstört und weggeschwemmt waren? Sie nahm es — so ist die Antwort — aus Eden oder aus dem gelobten Lande, die beide von der Verwüstung ausgeschlossen waren. Und warum denn das bittere Olivenblatt? Besser ist's, so heißt es, bittere, schlechte Speise aus der Hand -des Allgütigen, als die süßeste aus der Menschen Hand5). 8u y r\W2\ Als dieErde nach Verlauf eines Jahres vollständig .getrocknet war, ging Noach dann erst aus der Arche, als es ihm Gott •ausdrücklich befohlen. Mit am ipi TSpl JH? pxn bj iy gab der Allgütige die Versicherung, daß die Sterblichen nimmermehr in solcher Menge gleichzeitig dem Untergange anheimfallen sollen, doch wird •das Verhängnis der Sterblichkeit fortbestehen. Dies wird hier angedeutet durch y^p) JHT Saat und Ernte, d. h. der Wechsel der Geburt des Menschen und der Ernte des Todes für eine andere Welt wird nicht aufhören bis zur Auferstehung der Toten, und die meisten Opfer wird der Tod fordern — DHI 1p, wenn die Jahresabschnitte der Kälte und Hitze wechseln, zur Zeit, wenn Sommer nnd Winter sich gegenseitig die Herrschaft abtreten. Um diesem Verhängnis des Unerforschlichen flehentliche Bitte und Kasteiung *) Bech. z. St. 2) Bech. z. St. 3) Bech. z. St. 4) Bech z. St. 5j Bech. z. St

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