Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 14 (1911)
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 46 (sequence 46)
- Language
- German
- Belongs to
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— 46 — so sei er nicht verpflichtet, sein Weib zu fragen/ woher sie diese Speise, diese Frucht genommen habe. Daher seine Entschuldigung: Das Weib, das du mir gegeben, sie gab mir von der Frucht, und ich aß. — Gott forderte Rechenschaft von dem Menschenpaare, auf daß es sich verteidige, die Schlange jedoch bestrafte er, ohne sie zu befragen. Das lehrt uns, daß verdammenswerter der ist, der den anderen zur Sünde verleitet, als jener, der sie begeht1). "615 -rWN PDW. Und Feindschaft will ich setzen zwischen dir und dem Weibe. Die Schlange strebte nach der Liebe des Menschenweibes, wendete sich deshalb an die Frau, die leichter zu überreden ist, daß sie ihrem Manne von der Frucht gebe. Dieser, so hoffte die Schlange, werde sofort sterben, und das Weib, das sie am Genüsse hindern wollte, werde ihr dann, bleiben. Und nun erfolgte der Fluch, daß das Weib mit Schmerzen Kinder gebären, daß der Mensch und seine Nachkommen im Schweiße des Angesichts die Nahrung erwerben solle, während sie bis jetzt mühelos der ewig neu erzeugenden Erde entsprossen war. Und die Vorsehung, die keines ihrer Geschöpfe zu sehr belastet, verfügte, daß das Weib des Begüterten, dem der Erwerb leichter und müheloser ist, schwerer Kinder gebäre als das Weib des Arbeiters, der dein Fluche gemäß das Brot im Schweiße seines Angesichts erwirbt. 320 □"INTi frOp^l. Und Adam nannte sein Weib 17)n „die Mutter alles Lebenden" von PPH leben. Das Wort ist jedoch auch mit mn anzeigen, reden verwandt. Sie hatte durch ihr Reden den Fluch in die Welt gebracht, und Adam fand sie nunmehr des ersten Namens, den er ihr gegeben — T\WX — Männin — nicht mehr würdig2). 321 iTOrD int^fc6l t&'JPl. Und der allerbarmende Gott machte dem. Paare köstliche Gewänder, womit er sie bej kleidete. Diese Gewänder erbten sich noch viele Geschlechter fort. Riwka legte sie ihrem Sohn Jacob an, als er sich von seinem Vater Jizchak den Segen holte3). 323 'Fl n^tt™1). Und Gott sandte das Paar aus dem Garten, ihm bedeutend, daß es die Erde auch außerhalb des Gartens bearbeiten müsse, und als es zurückkehren wollte, waren die Pforten verschlossen, und Engel mit flammenden Schwertern hielten Wacht, daß kein Sterblicher je wieder die heilige Stätte betrete4). 4i J?"P Dixm. Das erste Menschenpaar zeugte zwei Söhne, Kain. und Hebel. Und als sie erwachsen waren, brachte Kain von den Früchten des Feldes,* doch von den schlechtest gewählten, dem Schöpfer dar, doch Hebel opferte von seinen besten Schafen. Und Gott, der Kains Opfer nicht wohlgefällig aufnahm, warnte J) Raschi III 14. 2) Bachja 29*. 3) Bachja p. 29a. 4) Bachja p. 32*.