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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1911-01-01 · Heft 1 · p. Seite 41

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
14 (1911)
Issue
Heft 1
Date
1911-01-01
Page
Seite 41 (sequence 41)
Language
German
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— 41 — kraft bestraft wurde, da klagte er vor dem Ewigen: Allmächtiger, werden nicht die Nationen glauben, du habest nicht die Macht, mich gleich selbständig und groß wie die Sonne zu gestalten? Da erwiderte Gott: Du sollst ewig abhängig von der Sonne sein; doch soll Israel immer, wenn du dich erneuerst, ein Sühneopfer als Zeichen unserer Versöhnung bringen, — daher der Ausdruck für den Ewigen. Und so richtete Gott den Tag ein und die Nacht, damit die Geschöpfe ruhen von den Mühen des vergangenen Tages und neue Kräfte sammeln für die Forderungen des neuen Tages, und damit Israel in der stillen Nacht, ungestört von äußeren Eindrücken, dem Gesetzesstudium obliegen könne1). 1.21 Q^rKfcTOT Und Gott schuf die großen Seetiere, Vögel, Fische und alles, was da kriecht, und auch den Leviathan, Männchen und Weibchen. Doch da der Schöpfer einsah, daß, wenn das Riesenpaar sich vermehre, es den Fortbestand der Erde in Frage stellen könnte, tötete er das Weibchen und bewahrte das Fleisch für die Seligen, die einst beim Freudenmahl über die Erlösung- Israels sich um den Allmächtigen versammeln werden. Und warum hat Gott nicht das Männchen erschlagen? Auf daß das mit anderen Tieren sich begattende Weibchen nicht ein gleiches Riesengeschlecht gebäre, während das überlebende Männchen in Verbindung mit andern niemals Nachkommen von gleicher Kraft zu zeugen vermag2). 1.22 Uli TIS Dnx TOT. Und er verlieh den Fischen einen besonderen Segen, damit sie sich nicht vermindern, wenn der Mensch viele von ihnen für seinen Nahrungsbedarf tötet. Den Landtieren aber versagte er diesen Segen, weil die unheilschaffende Schlange unter ihnen war. Und diesem Segen (meint „der Bechai") haben es die Fische zu verdanken, daß sie allein bei der Sintflut nicht vernichtet wurden3). 1.26 GIN ntyyi Am sechsten Tage sprach Gott: Wir wollen einen Menschen erschaffen. Der Allmächtige beriet sich mit den Engeln, um den Menschen zu lehren, daß er nimmer zu stolz sein solle, sich mit Genossen zu beraten, die unter ihm stehen; auch, daß die Engel nicht den Menschen beneiden, daß er nach Gottes Ebenbild erschaffen ist4). 1.27 D1NT1 nN 5TOT. Wiewohl sich Gott mit den Engeln beraten hatte, so erschuf er den Menschen doch allein ohne ihre Hilfe, auf daß er herrsche über die Tiere5). 1.2S 1211 ns> -)D*P1 CP/IN TOT. Und er segnete sie und sprach: Seid fruchtbar und mehret euch. Zwei Segnungen wurden dem Menschen zuteil. Durch Speise und Trank sollen seine Lebenssäfte zu seinem Heile wirken, auf daß er dem schädigenden Ein- M GR. und bChulin 60 a. 2) Bachja 15 a. 3) Bachja 16 b. 4) Bachja 16 d nach GR. 5) Bachja 16 d.

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