Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 14 (1911)
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 40 (sequence 40)
- Language
- German
- Belongs to
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— 40 — Der 25. Elul war der erste der sechs Schöpfungstage, und am 6. dieser Tage, am 1. Tischri, war die Schöpfung mit der Erschaffung des Menschen vollendet. Und der Mensch wurde zuletzt erschaffen, damit das Bewußtsein, daß die Tiere vor ihm waren, ihn zur Demut stimme, auch, daß er die Güte des Schöpfers erkenne, der ihn dann erst, nachdem das All so herrlich und wundervoll vollendet war, ins Leben gerufen hat1). 1ö JPpl TP C^ID^I. Am zweiten Tage befestigte der Schöpfer durch sein Wort die noch schlaff herabhängenden Himmel2). — CEH "pro zwischen den Wassern. Auch über den Himmeln sind Gewässer, die so hoch über jenen fließen, soweit der Himmel von der Erde ist3). Und streitend forderten die unteren Gewässer, daß auch sie über den Himmeln strömen mochten, doch Gott beruhigte sie mit der Versicherung, daß einst bei den Opfern das Salz, das Erzeugnis der Erdengewässer, nie fehlen solle. — Bei allen Schöpfungstagen ist der Ausdruck 21t0 "G, daß es gut sei, zu finden, nur am zweiten nicht. Am dritten Tage erst wurde die Erschaffung des Wassers vollendet, und an diesem Tage ist zweimal DitO zu lesen, einmal für die vollbrachte Schöpfung des Wassers, das andere Mal für die vollendete Erde. Andere deuten, am zweiten Tage sei die Hölle — das D3D^ — erschaffen worden zur Strafe für die, welche —• wie die Wasser am zweiten Tage — Krieg und Streit stiften, und aus diesem Grunde fehle im Schöpfungsberichte des zweiten Tages das erfreuliche y& 'O4). Und Gott schuf die Gewässer, die Pflanzenarten die Bäume. Diese sollten in allen ihren Teilen genießbar und wohlschmeckend wie die Frucht sein: doch die Erde tat nicht nach dem Geheiße des Schöpfers und ward, wie der Mensch, bestraft5). l.u rVHItfC TV Es seien Leuchten. Schon am ersten Tage erstrahlte ihr Licht, doch erst am vierten Tage wies Gott den Gestirnen ihre Bestimmung und ihren Kreislauf an, den Gestirnen, die erstanden, die Zeiten des Gebetes und der Feste nach ihnen zu bestimmen6). Im Anfange war bestimmt, daß nur die Sonne allein Leuchtkraft besitze, doch da sie dann die Nationen göttlich verehrt hätten, wurde ihr der Mond an die Seite gesetzt, daß er in der zweiten Hälfte des Tages leuchte. Da trat der Mond vor Gott und sprach: Wozu sollen wir beide leuchten, laß mich es allein! — Und der Schöpfer strafte ihn ob seiner Anmaßung und verkleinerte sein Licht Bei Erwähnung des Neumondsopfers im Abschnitte DTtfS ist der Ausdruck zu lesen 'Tb n^En ein Sühneopfer für denEwigen. Als der Mond wegen seiner Ein wen dun g durch di e Vermin der ung seiner Leucht- M Bacbja 10 d. -) Raschi I 16. 3) Raschi I 6 4) ßachja 11 b und c 5) Bachja 11 d. c) Raschi I 14.