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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1911-01-01 · Heft 1 · p. Seite 36

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
14 (1911)
Issue
Heft 1
Date
1911-01-01
Page
Seite 36 (sequence 36)
Language
German
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— 36 — Rabbi Jonathan Eibeschütz geschleuert wurde (vgl. Grunwald, Hamburgs deutsche Juden S. 106). Von Rabbinern wird urkundlich erst 1570 gesprochen, ohne daß deren Namen bekannt sind. Aus neuerer Zeit können folgende genannt werden, wobei bemerkt wird, daß die Aufzeichnungen über sie mit dem Inhalte der Grabsteine nicht immer übereinstimmen: 1690, Rabbi Salomo. — 1700, Rabbi Baruch Bendit, Sohn des Rabbi Salomo, starb in Hotzenplotz am 13. Nisan 5473 (April 1713) — 1714, Rabbi Nathan, vulgo Veitl, Sohn des Gelehrten Abraham Münk, starb in Hotzenplotz am 9. Elue 5484 (September 1724) — 1725, Rabbi Salomo, Sohn des Gelehrten Markus, starb in Hotzenplotz am 4. Cheschwan 5490 (Oktober 1730) — 1731, Rabbi Moses Asriel, Sohn des Gelehrten Tobias — 1750, Rabbi Gerson, Sohn des Gelehrten Ahraham Chajjoth (er kam dann nach Nikolsburg und wurde mähr. Landesrabbiner) — 1710, Rabbi Hirsch — v. Hersehl — Sohn des Gelehrten Benjamin Buschke (später war er in Ung. Brod, Altona, Hamburg, Wandsbek, starb in Hamburg 1802) — 1786, Rabbi Arje Leb — v. Löbl — Sohn des Gelehrten David Leb, kam nach Proßnitz — 17 .., Rabbi Jakob Beer, Sohn des Gelehrten Gabriel Beer — 1792, Rabbi Berisch Markbreit, alias Marktbreiter, starb in Hotzenplotz am 24. Thamus 5593 (Juni 1833), — 1834, Rabbi Juda Schmiedl, geb. v. Eibenschitz, starb in Hotzenplotz am 26. Cheschwan 5616 (Oktober 1856), — 1856, Rabbi David Hein (Chain) geb. in Hotzenplotz, Talmudist, starb daselbst am 25. Juli 1884. Als gelehrter Talmudist der Khilla wird genannt: David Defries, Sohn des David Defries. Man findet diese Familie auch Defrides und Defridos geschrieben; ihre Vorfahren sollen Spaniolen gewesen sein. Ueber die alte jüdische Bevölkerung dürften kaum noch nennenswerte Aufzeichnungen vorhanden sein. Dem Namen nach sind noch einige Familien als Besitzer von Khilla- und einigen Christenhäusern um das Jahr 1800 bekannt. Diese Gemeinde war durch viele Dezennien die bedeutendste und durch ihre talmudischen Koryphäen, die als geistliche Oberhäupter an ihrer Spitze standen, die hervorragendste in Schlesien. Die Folgen des 30jährigen, des 7jährigen Krieges, die Grenzsperre und hauptsächlich der Brand im Jahre 1802 hieß viele verarmte Mitglieder auswandern, bis das Jahr 1848 auch den freien und großen Exodus brachte. Im Jahre 1880 zählte die Kultusgemeinde nur gegen 121 einheimische und 200 auswärtige Mitglieder. Seit 1850 haben sich viele ausgewanderte Familien von ihr abgewendet.

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