Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 14 (1911)
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 29 (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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- 29 — Strahlende), Bibidzan (bibi groß), Esmaet (die Geehrte), Talaet (Sonnenschein), Chursehid (Sonne), Machmal (Goldbrokat). Persische: Chanum (Herrin], Ohanumdzan, Ati (at, türkisch Pferd), Galin, Meschuda, Nuschi (Getränk), Nanadzan (Seele der Mutter), Schahsade (Prinzessin), Ssabia, Ssenober (Pinie), Sahabdzan (Seele des Herrn), Nanachanum (Herrin der Mutter). La'er, Turan, Iran, Taus (Pfau), Zahuli, Schahdzan (Seele des Schah), Rotsi, Schirindzan (Süssigkeit der Seele), Chale (Tante), Mahbibi (großer Mond), Chanum-kitsehik (Herrin), Frengi. Eigentümlich ist es, daß die Demawender Juden, sei es, um nicht als Juden aufzufallen oder aus irgend einem anderen Grunde, in Gegenwart von Nichtjuden einander mit mohammedanischen Namen benennen, wobei es manchmal zu ganz merkwürdigen Ueb er Setzungen kommt. So nannte sich — um von solchen Namensformen wie Mussa für Mosche, Ssulejman für Sehelome, Daud tür Dawud, Ibrahim für Abraham abzusehen — beispielsweise ein Jecheskiel: Ak-Nasar, Aga Nisson: Nassir, Aim: Rahim, Ilja: Ilias und Juna: Mirsa-Aga, obwohl für diesen Namen die mohammedanische Form Junes vorhanden ist. Die Hotzenplotzer Judengemeinde 1554—1848* Aus dem Manuskript von E. Richter „Chronik der Stadt Hotzenplotz" veröffentlicht von stud. med. A. Schmidt. Die älteste bekannte Urkunde über jüdische Ansiedelung in Hotzenplotz ist uns in einer Inschrift erhalten, die sich auf dem Hause No. XXVIII, das im Jahre 1847 wegen Baufälligkeit abgebrochen wurde, vorfand. Dieselbe besagte, daß dieses Haus im Jahre 1334 erbaut worden sei. Im genannten Jahre sollen flüchtige Juden in der Stadt Schutz gefunden und die Erlaubnis erhalten haben, sich vor dem Niedertore am Hange des Walles, auf bischöflichem Hofgrund, niederzulassen. Sie wohnten in vier Chalupen, welche später die Nummern 263, 264, XXVIII, XXIX erhielten. Die Ansiedelung von Juden erfolgte überhaupt in vier verschiedenen, ziemlich weit auseinander liegenden Zeiträumen. Sie kamen aus den Nachbarstädten, aus Mitteldeutschland, Schlesien und Polen, wie ihre Familiennamen es auch andeuten. Daß flüchtige Juden in Hotzenplotz stets verhältnismäßig gute Aufnahme und Schutz fanden, erklärt sich vor allem daraus, daß die Olmützer Bischöfe bestrebt waren, die Bevölkerungszahl und den Wohlstand in ihrer oft bedrohten Grenzfeste, die auch so oft von schweren. Schicksalsschlägen mannichfacher Art getroffen wurde, zu heben oder doch zu erhalten.