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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1910-01-01 · 1 (1910) · p. Seite 167

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
13 (1910)
Issue
1 (1910)
Date
1910-01-01
Page
Seite 167 (sequence 191)
Language
German
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— 167 — [Über die Verbreitung dieses Volksglaubens siehe jetzt Seligmannr Der böse Blick und Verwandtes, Berlin 1910. D. Red.] Die [hebräisch und jüdisch-deutsch verfaßte] Beschwörungsformel hat folgenden Wortlaut [wir geben sie transkribiert und übersetzt. {D. Red.)]: Zu ein [böses Auge] obsprechen soll men dos sogen. Ich beschwöre auf aich allerlei [Arten] vun [bösem Auge], welche hoben ain [Herrschaft] in der Welt, sei vun. Jiden, sei vun andere [Nationen]; welche schlechte Aug, wos sie hot geblickt un gisehen mit Schlechtes auf (N. Sohn [Tochter] der N.), welche Aug es is gewesen, ein gelbe, ein blaue, ein keilichdige, ein krumme, ein smole, ein gleiche, ein. breite, ein blickende, ein ausgestarrte, ein spaltende, ein scheppende, — sei ein Aug vun ein [Jüngling] oder vun ein [Jungfrau] vun ein [Deflorirten] vun ein [Vermählten], vun ein [Witwe], vun ein Frau mit ihr Schnur, die Aug vun ein Frau mit ihre [Verwandten. Ich entbiete] auf aich allemen mit die Aug vun oben [von Gott], welche sie seht ständig im sie is einzig, sie is weis und weiß, sie hot in sich alle Weisheit. Sie hot nit kein Bremen, sie is durch recht, sie is offen aso ein Aug, Welche schloft nit, aso wie es steit in [dem Schriftvers: Siehe es schlummert und schläft nicht der Hüter Israels], der [Herr der Welt], welche er hüt ein jeden vun alle Schlechtes, schloft nit. [Dieses hohe Auge] mit die hoche himmlische Aug [entbiet ich] auf aich allemen, [daß ihr entweichet], as ihr sollt sich obton un antlaufen vun die Haus un vun dem Kreis un vun [N. Sohn [Tochter| der N]. Un ihr sollt nit hoben kein Kraft [mächtig] zu sein auf [N. Sohn [Tochter] der N.] nit bei Tog un nit bei Nacht, nit in Wach un nit in [Traum] un ihr sollt nit kennen [mächtig] sein [auch nur] in ein [Glied] vun seine (oder vun ihre) 248 [Gliedern] un [365 Adern], sollt ihr nit kennen [mächtig] sein. Un er (sie) soll sein gehüt un verschlossen un antrunnen vun alle schlechte Augen un alle Schlechtes, wie es steit: [Siehe, es schlummert und schläft nicht der Hüter Israels]. Zu dein Hilf, Gott, hoffe ich. Volksmedizinisches und Diätetisches aus Ostgalizien. Von l>r. M. Fried, Stockholm. 1) Am Freitagabend ißt man gewöhnlich Fische, dann Fleischbrühe und zuletzt Fleisch und ein Kompott. Nachdem man die Fische gegessen hat, wäscht man auch die Hände und spült sich den Mund aus. Anstatt sich den Mund auszuspülen, trinken viele lieber ein Gläschen Branntwein. Am Sabbat mittag ißt man zuerst Rettich mit Zwiebel, im Sommer kommen auch Gurken hinzu — genannt: „die drei Brüder" —, dann Fleischbrühe, Kugel und Fleisch. Viele Hausväter trinken auch nach der Kugelspeiseein Gläschen Branntwein. --

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