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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1910-01-01 · 1 (1910) · p. Seite 157

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
13 (1910)
Issue
1 (1910)
Date
1910-01-01
Page
Seite 157 (sequence 181)
Language
German
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— 137 — Chanukka: Krautbuchtel, Streiselkuchen und Griebenbobe. Purim: Kindel, ein süßes Backwerk, auch Mohnbeidel d. i. ein gewürztes Backwerk und Fische. Pesach: Grundbirnen, Chassidim-Teig d. i. eine gute fette Torte aus Mazzos, Zucker, Wein, ferner auch Leberkugel (Kalbsleber). Erew Schowuos: Erdfladen d. i. Kolatschen, die im Backofen gebacken werden. — An diesem Festtage Kolatsehen, Torten. Erew tischo beaw*. breite Nudel ohne Fülle, Linsen auf Asche bzw. mit Asche bestreut. — Tischo beaw nach dem Fasten: weißer Kaffee oder grüne Erbsensuppe. Am Freitagabend ist noch das Schulklopfen üblich. Auch herrscht in Boskowitz, im Gegensatz zu anderen Gemeinden der Brauch, Taschlich stets, auch an einem Sabbat, am 1. Neujahrstage, zu machen, da das Bassin zu diesem Behufe innerhalb des Eruw sich befindet, um nichts aus dem Eruw heraustragen zu müssen. — Redensarten. Alle Lad (Leiden) auf Tusche. — Vetter Fuhrmanns Peitsch' knallt (weitläufige Verwandtschaft). „Wie lange ist das her?" — „Seit mei Babens Kimpith (Kindbett)" 5 [eine sehr alte Begebenheit]. Hast'ePonim, was dieKhille hat, wenn dues der Landruf (Landesrabbiner) ist, oder: wenn meiTat (Vater) soll Gabe (Vorsteher) sein!" — Kauhen hagodl (der Hohepriester) hat für sich gesorgt (auf einen Egoisten). Wie wir haben e Ruf (Rabbiner), so haben wir einen Rafenkehrer (Rauchfangkehrer) [Anspielung auf irgend eine unrichtige Besetzung einer Ehren stelle usw.]. Fall am Rücken, schlog dir e Nogl ein. (Wenn man mit Gewalt etwas erreichen will). Jüdische Sprichwörter, Redensarten und Erzählungen aus Rußland. Nach hebräischen Mitteilungen von Abr. Kaliane, Sitomir. Die Chölmer Naronim. [Vgl. die Schildbürger und Till Eulenspiegel.] 1) Die Stadt Cholm, Gouv. Mohilew, liegt auf einem Berge (russ. Cholm Berg). Eines Tages beschlossen die Choimer, wie andere Menschen, im Tale zu wohnen und ihre Häuser in die Ebene hinabzuschieben. Sie begannen mit dem Werk sofort und, da es sehr heiß war, legten sie ihre Röcke ab. Sie strengten sich ungeheuer an und als sie, ganz erschwitzt und ermüdet, endlich eine Pause Mitteilungen z. jüd. Volkskunde 1910, 4. 11

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