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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1910-01-01 · 1 (1910) · p. Seite 155

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
13 (1910)
Issue
1 (1910)
Date
1910-01-01
Page
Seite 155 (sequence 179)
Language
German
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- 155 — eindringliches Bitten der Hinterbliebenen ließ sich jedoch der Kabbiner hierzu bewegen und begann mit den Worten: nriK 7H2 7D^2 nriN 1*022. Ein Zuhörer bemerkte boshaft: „Das steht in f? 14. Als der bedeutende Gelehrte Jom-Tob de Tolosa, Verfasser des „Haraw-Hanimaggid4*, gestorben war und sein Namensverwandter Jom-Tob Ischbili (Ritba) um die Hand der Witwe anhielt, wies diese ihn mit den ebenso witzigen als. beleidigenden Worten ab: 1321 1H3^ ^i"i2 ^b W 2VC C\\ 15. Die gelehrte Frau eines leichtfertigen Mannes mit Namen Kaiman machte über diesen die höhnende Bemerkung: Kaiman bedeute: I^Nj, Mäh, 1J2T2. „Du bist eine ganz unwissende Frau, (E^p wird doch mit „p" geschrieben44. „Macht nichts", erwiderte die Frau: xwrb '2 D22 'p H2. 16. Während eines Zwistes mit seiner unverträglichen, aber bibelfesten Ehehälfte machte der Mann die boshafte Bemerkung: „Die Buchstaben des Wortes H2pj haben gewiß nichts anderes zu bedeuten, als iphpn Dnta r&p UWEX", „Du „DEM", replizierte die Frau, ,,das steht doch beim Mann p". 17. Zu einem reichen, wohltätigen und gelehrten Manne kam in den „9 Tagen" ein Schnorrer. Er wurde von diesem belästigt und aufgehalten. Als zur Mittagszeit der Hausherr zu Tisch gerufen wurde, der Schnorrer aber noch immer keine Lust zeigte, sich zu entfernen, wurde der Hausherr unwillig und rief jenem zu: „Mein lieber Freund, jetzt scheren Sie sich." „Was, sagte der Schnorrer, „darf man sich denn in den „9 Tagen" scheren"? „Wo es n^2Kn 22J7D ist, darf man", sprach der Hausherr, 18. R. Jonathan Eibeschütz, der mit dem Bischof Hasselbauer im Verkehr stand, wurde einmal, als er diesen besuchen wollte, beim Eintritt in das bischöfliche Palais von bellenden Hunden empfangen. Der Bischof, der sich in Gesellschaft mehrerer Jesuiten befand, ergötzte sich an der Angst des Rabbi und rief nach einer Weile vom Balkon den Hunden zu: *6 TD^l n2:6 (Deuter. XXIII, 21). Eibenschitz rief schlagfertig: laCP C2TINT1?HD 12&T) CHwSl rfönbtö (Numeri XXXII, 6). [Vgl. oben S. 144]. 19. R. Jonathan Eibeschütz wurde einst zur Audienz zum Kaiser befohlen und legte aus diesem Anlasse seine besten Kleider an. Als ihn die Würdenträger der Kirche, mit denen er oft religiöse Dispute zu führen pflegte, in einem feierlichen Aufzuge sahen, fragten sie ihn: „Warum so feierlich, es heißt doch (Spr. 25,6) i?n ixb 1"innn bx „Schmücke dich nicht vor denf König?" Auch heißt es im Talmud: ^"iirp^ XTiVjV n*0 „Es schmückt die Juden die Armut/' „Ihr gebt euch selbst Antwort", sagte Jonathan, „da der Schmuck des Juden die Armut ist, so dürfte ich in diesem Schmucke vor den König nicht erscheinen,

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