Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 13 (1910)
- Issue
- 1 (1910)
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 150 (sequence 174)
- Language
- German
- Belongs to
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— 150 — Zu dem Ausdruck Spinnholz liefert der Lehrer des Ortes folgende volksetymologisehe Erklärung: „Sie rufen immer Prosit Spinnholz, aber Spinnholz ist gar nicht das richtige Wort, denn Spinnholz ist nicht deutsch, sondern hebräisch und bedeutet den Tag, an dem der Sohn sich freut" (S. 67.) Am ersten Sabbat nach der Hochzeit kommen die jungen Frauen zur „Holung", um die Neuvermählte zur Synagoge abzuholen und in die Gemeinde, die von da ab auch die ihre ist, einzuführen (S. 70/71). Am Hochzeitstage begibt sich der Bräutigam „mit dem weißen Seidenband über Brust und Schulter" zwischen den Unterführern „zu Fuße" zur Synagoge, und ihm folgen die Männer der Gemeinde, „die gürtelgeschmückte Braut zwischen den Unterführerinnen und dahinter paarweise alle Frauen" (S. 114). Bei der Hochzeitsfeier werden Hochzeitslieder gesungen, von denen in unserer Erzählung zwei erwähnt werden. Das erste hat einen festlich ernsten Charakter und ist ein deutschhebräischer Wettgesang. Einer beginnt „Keiner ist wie unser Gott" und die ganze Gesellschaft gibt die hebräische Antwort Ij^rfcöO pK; so wird das ganze Lied durchgesungen (S. 114/115 und S. 192/193). Das zweite Lied ist das auch in diesen Mitteilungen IV, 3 " veröffentlichte vom Vöglein im Walde. Am Ende j eder Strophe, die ein einzelner singt, wird eine Vogelstimme nachgeahmt, und die Gesellschaft fällt mit einem entsprechenden Psalmenanfang ein. So wird das Zirpen des Sperlings nachgeahmt mit Widf wid! wid! — und die Gesellschaft antwortet: Schir mismor ledawid, das Krächzen des Raben mit Räch! räch! räch! worauf die Gesellschaft: Schir mismor liwne korach, der Wachtelschlag: saf! safl saf! worauf die Gesellschaft: Schir mismor leassaf — bis alle Psalmenanfänge in lustiger Melodie vorgetragen sind (S. 115 und 193). [Über Spinholz vgl. Güdemann, Erziehgsw. III, 119}. Kinderspiele und ein Volkslied aus Galizien. Von Samuel Meiseis. Der Kettenreim in Mitteilungen I S. 54f. ist durch folgendes zu ergänzen. nsn Stall hID Gall Gall niD Kuh rns mE) Kuh Ruh Ruh rair Kisch die alte Babbes. Zu den in den Mitteilungen Heft III S. 51 von Dr. A. Landau veröffentlichten „Kinderspielen in Ostgalizien" möchte ich zur