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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1910-01-01 · 1 (1910) · p. Seite 148

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
13 (1910)
Issue
1 (1910)
Date
1910-01-01
Page
Seite 148 (sequence 172)
Language
German
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— 148 — AI kein; Conipanie, dergisst die Zinzenes (Becher). Rohatschew, Gouv. Mohilew, aus dem Munde eines Jesehiwä- Bachurs von Herrn Rachmilewitsch aus Parizi (Gouv. Minsk) 1899. 55. Mi Schnait dos mit a Drück, Mi est dos wie a Flieg Un mi is gesund wie a Bik (Ochs). Antw. Mamalige. Las. Wulich-Nikolajew. 56. Die wos geien in Dume (die in die Duma Gewählten), darfn d'awnen (beten) oder nit? Antw. Nein: Dos is a befeirescher Posek non ht xb) m ■Wrp DTuon xh (Ps. 115) Nicht die Toten preisen Gott, nicht die da sinken in das stille Grab (Duma). 57. Mnaged, Missnageid (Gegner der Chassidim), Meschumed, Narr, Ganew, Dreier. 58. Var wos hot Gott gischlogn die Mizrim mit Makas Kinim (Ungeziefer) un nit mit Ch'ssidim? Antw. Kinim lassen Mannsbil[d] undWaiber (Männernund Frauen), Ch'ssidim nor Waiber keine Ruh. (Dasselbe umgekehrt auch von Missnagdim). 59. A scheine Meidl — Hälft N'dan, d. h. Schönheit ist beim Mädchen schon eine Hälfte Mitgift. Man bemerkt scherzhaft zu diesem Sprichworte: A scheine Maidl helft Ndan (lies: hilft Ndan), d. i. ohne Mitgift fällt es sogar einem schönen Mädchen schwer, einen Bräutigam zu finden. 60. A schlechter Warmes (Mittagessen): mi hot em zubiss'n, mi hot em zurriss'n; a gutn baist men doch nicht, raisst men doch nit. 61. a) Dos is von die drei aschreis ('HttfK). b) S'is var'an (vorhanden) drei (gute) Aschreis: Der beste „aschrei" is: 1) aschrei jojschwej wejssecho. Weil ist dem, der wos sitzt in der Heim (keine Reisen zu machen braucht). 2) Der zweiter aschrei: aschrei hoom jojdej ss'ruo. Weil is dem, der wos fohrt mit Glöcklach (mit Extrapost), nicht mit einem Balegule (armen Fuhrmann). 3) Un der dritte aschrei: aschrei smimei dorech (Ps. 119). Weil is, a mi geit in Weg un mi bot ganze Stiwl. 62. „Ich bin a Ben-ha-Kodesch", so prahlte ein Oirach (Bettler). „Wieso?" „Mein Vater is in rechten Tamus erfroren." „Wieso?" „Brantwein kilt, und er hat soviel getrunken, daß er im rechten Tamus (Juni—Juli) erfror.

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